Boris Palmer will kein Minister unter Cem Özdemir werden
Wird der parteilose Boris Palmer Minister in einer möglichen grün-schwarzen Regierung in Baden-Württemberg? Nach dem Wahlsieg von Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir galt das als mögliches Szenario. Nun hat sich Palmer geäußert – er will lieber Oberbürgermeister in Tübingen bleiben.
Das habe er Grünenpolitiker Cem Özdemir gesagt, teilte Palmer der Nachrichtenagentur dpa mit und bestätigte damit einen Bericht von »Stuttgarter Zeitung« und »Stuttgarter Nachrichten«.
Den hauchdünnen Sieg der Landtagswahl in Baden-Württemberg vor gut einer Woche hatte Özdemir auch dem Ex-Grünen zu verdanken. Palmer, mit dem er auch befreundet ist, war ein wichtiger Unterstützer und Wahlkampfhelfer. Die beiden absolvierten mehrere Wahlkampftermine zusammen. So kam Özdemir in Tübingen vorbei, um sich medienwirksam eine der bundesweit größten Solarthermieanlagen zeigen zu lassen. Palmer traute außerdem am Valentinstag kurz nach Mitternacht Özdemir und die kanadische Juristin Flavia Zaka.
Beliebt – und verhasst
»Wenn Cem Özdemir mich fragt, fange ich an, mir darüber Gedanken zu machen«, hatte Palmer noch im Wahlkampf über ein mögliches Ministeramt gesagt. Einige Grüne lobten ihn da bereits als Pragmatiker.
In Teilen seiner Ex-Partei ist der für seine Provokationen bekannte Tübinger Oberbürgermeister allerdings auch verhasst. Nach rassistischen Entgleisungen und vielen Vorwürfen hatte er im Jahr 2023 die Partei verlassen. Schon kurz nach Özdemirs Wahlsieg forderte die Grüne Jugend, Palmer dürfe keine Funktion in einer neuen Landesregierung erhalten. Palmers Haltungen seien mit den »Grundwerten unserer Partei unvereinbar«, heißt es aus der Nachwuchsorganisation.
Am Wahlabend hatte die Grüne Jugend Palmer zum Verlassen der Wahlparty aufgefordert. Lesen Sie hier mehr zu dem Vorfall .