Putinzewa tanzt zu den Buhrufen der Fans

Die Erfolgsserie von Zeynep Sönmez in Melbourne ist beendet, und gerade das, was nach ihrem Match gegen die Kasachin Julija Putinzewa geschah, wurde zur großen Show.

Die 23 Jahre alte Sönmez, die als erste Türkin überhaupt die dritte Runde der Australian Open erreicht hatte, verlor gegen Putinzewa 3:6, 7:6 (7:3), 3:6 – trotz der lautstarken Unterstützung der türkischen Fans in der Arena.

Nach dem Erfolg über die Qualifikantin, die als große Außenseiterin ins Duell gegangen war, hielt sich Putinzewa die Hand ans Ohr und blickte in Richtung der Ränge. Dann warf sie den Zuschauerinnen und Zuschauern Luftküsse zu. Nachdem sie Sönmez die Hand geschüttelt hatte, führte Putinzewa sekundenlang ein Siegestänzchen auf. Beim anschließenden Interview wurde sie konsequent ausgebuht.

»Das war eine unglaubliche Atmosphäre«, sagte Putinzewa, und über die Fans von Sönmez: »Sie sind sehr leidenschaftlich. Das ist großartig, denn ich liebe diese Art von Kampf.«

»Ich liebe diese Art von Kampf«

Später sagte sie, dass sie das Gefühl gehabt habe, dass sich einige der türkischen Fans zeitweise respektlos verhalten hätten. Sie bezog sich auf Rufe von den Rängen zwischen ihren Aufschlägen, die sie zu Fehlern habe verleiten sollen.

Putinzewa bedankte sich auch bei der Handvoll kasachischer Fans im Publikum und sagte: »Diese Leute sind die Besten. Es ist besser, weniger Leute zu haben, aber besseren Support.«

Sönmez, die Nummer 112 der Welt, verpasste es damit, als erste türkische Spielerin in der Open Era das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. Beim Stand von 1:3 im zweiten Satz schien sie bereit geschlagen, kämpfte sich jedoch zurück und gewann den Satz im Tiebreak – was auf den Rängen für riesigen Jubel sorgte. Im entscheidenden Satz behielt Putinzewa jedoch die Nerven. Dann begann die Show.

Während ihre Gegnerin ausgebuht wurde, erhielt Sönmez beim Verlassen des Courts stehende Ovationen. Neben ihren Siegen hatte sie im Erstrundenmatch gegen die Russin Jekaterina Alexandrowa auch am Rande des Matches für Aufsehen gesorgt. Als dort im zweiten Satz ein Ballmädchen einen Schwächeanfall hatte, eilte Sönmez zu Hilfe. Gemeinsam mit einem Turnierverantwortlichen stützte sie das Mädchen auf dem Weg vom Platz. Bei fast 30 Grad in Melbourne war das Ballkind plötzlich umgefallen. Später gaben die Organisatoren aber Entwarnung: Dem Mädchen ging es wieder besser.

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