Extremkletterer Honnold verschiebt waghalsige Kletteraktion wegen Regens

Der geplante Aufstieg von US-Freeclimber Alex Honnold auf den mehr als 500 Meter hohen Wolkenkratzer Taipeh 101 ist um einen Tag auf Sonntag (neun Uhr Ortszeit, zwei Uhr MEZ) verschoben worden. Das teilte der Streamingdienst Netflix mit, der die Aktion live übertragen will. Die Entscheidung sei aus Sicherheitsgründen wegen schlechter Wetterbedingungen getroffen worden. Am Samstagmorgen (Ortszeit) hatte es in der taiwanischen Hauptstadt leicht geregnet.

Seit rund zweieinhalb Monaten bereitet sich der 40-jährige Honnold auf den Aufstieg vor. »Skyscraper live« nennt Netflix das Spektakel. Insbesondere die Liveübertragung der waghalsigen Aktion hatte bereits für Kritik gesorgt.

»Keine Seile, keine Ausrüstung, nur ich und das Gebäude«, sagt Honnold in einem CNN-Interview. »Ich bin mittlerweile an die Angst gewöhnt. Sie klettert immer mit.« Auf die Nachfrage, ob Netflix ein Sicherheitsnetz eingebaut habe, entgegnet er: »Nein.«

Honnold weiter: »Sobald es verkündet wurde, haben Leute gesagt: Warum machst du das? Das ist dumm. Das ist kein Klettern«, so der Extremkletterer. Er verstehe das total: Aber wenn sie die Möglichkeit bekämen, das zu klettern, würden sie es auch tun. »Es ist so cool. Es ist ein solcher Spaß«, sagt Honnold.

915-Meter-Wand im Yosemite-Nationalpark bezwungen

Honnold ist keine unbekannte Person. Er ist einer der weltweit besten Freikletterer. Berühmtheit über die Szene hinaus erlangte er spätestens mit »Free Solo«. Der Film gewann 2019 den Oscar als bester Dokumentarfilm. Er zeigt Honnold, wie dieser die 915-Meter-Wand des El Capitan im Yosemite-Nationalpark bezwingt.

Zu seiner Fertigstellung 2004 war der Taipeh 101 der weltweit höchste Wolkenkratzer. Mittlerweile wurde er vom Burj Khalifa in Dubai mit knapp 830 Meter Höhe abgelöst, der Taipeh 101 rangiert aktuell auf dem elften Platz der höchsten Gebäude der Welt.

Dass Netflix auch in den Livebereich drängt, ist nicht neu: Wrestling, Boxen, American Football. Auch über einen Einstieg in die Formel 1 wurde mal spekuliert, die US-Rechte ab diesem Jahr sicherte sich allerdings Rivale Apple TV.

Regen am Wolkenkratzer Taipeh 101: Aufstieg aus Sicherheitsgründen verschoben

Foto: I-Hwa Cheng / AFP

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