Bundestagsabgeordneter Pantisano will neuer Linkenchef werden

Die Linke benötigt einen neuen Parteivorsitzenden – und Luigi Pantisano will diese Rolle künftig übernehmen. Das hat der Bundestagsabgeordnete aus Stuttgart am Donnerstagmorgen mitgeteilt.

Pantisano will sich im Juni auf dem Linken-Parteitag zur Wahl stellen. Zuvor hatte am Donnerstagabend Linkenchef Jan van Aken überraschend bekannt gegeben, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr anzutreten. Noch im Januar hatte van Aken bekundet, gemeinsam mit Co-Chefin Ines Schwerdtner wieder kandidieren zu wollen. Hier lesen Sie mehr zum Rückzug van Akens.

Der 46-jährige Pantisano sitzt seit vergangenem Jahr erstmals für die Linke im Bundestag, kennt aber den politischen Betrieb in Berlin bereits länger. Ab 2017 war er unter anderem wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestagsbüro des damaligen Linkenvorsitzenden Bernd Riexinger.

2020 wäre Pantisano zudem fast Oberbürgermeister in Konstanz geworden, holte von allen Kandidaten im ersten Wahlgang die meisten Stimmen. In der Stichwahl musste er sich dann aber dem Amtsinhaber von der CDU geschlagen geben. Jüngst scheiterte die Linke in Baden-Württemberg knapp am Einzug in den Landtag.

Kandidatur mit »Demut«

Er kandidiere nun mit »Demut«, schreibt Pantisano auf seiner Homepage. Die Linke habe sich mit van Aken und Schwerdtner erneuert und stabilisiert, diese Arbeit wolle er fortsetzen.

Aktuell ist Pantisano stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag und Mitbegründer von »Linkskanax«, einem Netzwerk von Menschen mit Migrationsgeschichte in seiner Partei. Pantisano hat italienische Wurzeln. Sollte er auf dem Parteitag gewählt werden, wäre er der erste Vorsitzende der Linken mit Migrationsgeschichte.

Die Linken wählen eine Doppelspitze, die je mit einer Frau und einem Mann besetzt wird. Bisher ist Pantisano der einzige männliche Kandidat, der nach dem Rückzug van Akens seinen Hut in den Ring geworfen hat.

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