An jeder fünften Messstation in Europa ist die Luft zu dreckig

An rund jeder fünften Messstation in Europa liegt die gemessene Luftverschmutzung nach wie vor über den geltenden EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht . Darin loben die Umweltexperten zwar, dass die Luftverschmutzung in Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gesunken sei. Doch die Belastung zum Beispiel durch bestimmten Feinstaub und gesundheitsschädliche Gase wie bodennahes Ozon sei immer noch zu hoch.

Bei einigen Schadstoffen wie dem Metall Cadmium würden bereits alle europäischen Länder die in den EU-Richtlinien zur Luftqualität festgelegten Grenzwerte einhalten, erklärten die Fachleute. Auch bei anderen Luftschadstoffen wie Kohlenmonoxid und Blei seien Verbesserungen zu beobachten. Dennoch würden zahlreiche Messstationen in ganz Europa Konzentrationen anderer Schadstoffe aufweisen, die über den geltenden EU-Grenzwerten lägen, auch wenn bereits einige Regionen die EU-Standards für 2030 erfüllten.

Weitere Maßnahmen für Gesundheit von Europäern erforderlich

Denn bei den meisten Schadstoffen würden die Konzentrationen auch weiterhin deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegten Richtwerten für die Luftqualität liegen, hieß es weiter. Mehr als neun von zehn Europäern seien Luftverschmutzungskonzentrationen ausgesetzt, die diese Werte überschreiten.

Für den Bericht bewertete die im dänischen Kopenhagen ansässige EU-Behörde die Konzentration von Schadstoffen in der Umgebungsluft in ganz Europa in den Jahren 2024 und 2025 unter anderem anhand der geltenden EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu den analysierten 39 Staaten gehören auch die 27 EU-Mitgliedstaaten mit Deutschland.

Die Autorinnen und Autoren des Berichts fordern weitere Maßnahmen, um die Ziele zur Bekämpfung von Luftverschmutzung zu erreichen. Dies gelte insbesondere für Feinstaub. Denn die Experten warnen vor den Folgen von Luftverschmutzung für die Gesundheit. Je höher die Konzentrationen der Schadstoffe in der Luft seien, desto größer sei das Risiko beispielsweise für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Obwohl die Luftqualität in vielen deutschen Städten miserabel ist, wird die Feinstaubbelastung nicht ernst genommen. Lesen Sie hier das Interview mit dem Wissenschaftler Achim Dittler .

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