Bürgermeister tritt nicht mehr an – und wird dennoch gewählt
Mit 57,1 Prozent der Stimmen ist der amtierende Bürgermeister der Gemeinde Philippsreut im Bayerischen Wald (Landkreis Freyung-Grafenau) wiedergewählt worden – und das, obwohl Helmut Knaus nicht mehr angetreten ist. Jedoch haben nach vorläufigem Ergebnis 216 Wählerinnen und Wähler seinen Namen auf den Stimmzettel geschrieben.
In der Gemeinde gibt es 521 Wahlberechtigte, die Wahlbeteiligung lag bei 79,7 Prozent. Auf Platz zwei landete Josef Springer (Christliche Wählergemeinschaft) mit 23,5 Prozent (hier geht’s zu den offiziellen Ergebnissen).
Der »Süddeutschen Zeitung« hatte Knaus (Bayernpartei/Freie Wähler) im Februar gesagt : »Ich möchte jetzt in Rente gehen.« Er ist seit 2014 im Amt. In dem Bericht heißt es auch: »Das Kommunalwahlrecht sieht vor, dass die Namen von Kandidaten handschriftlich auf dem Wahlzettel eingetragen werden dürfen.«
Die lokale Nachrichtenseite PNP.de berichtete , dass es in der Gemeinde Philippsreut keinen Bürgermeisterkandidaten gegeben habe. Nach der Wahl sagte Knaus der Seite, er werde die Wahl annehmen: Er habe zwar mit seiner Wiederwahl gerechnet, »aber nicht mit der absoluten Mehrheit«, sagte er demnach.
Münchner Oberbürgermeister Reiter muss in Stichwahl
Am Sonntag waren rund 10,05 Millionen Menschen in Bayern aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsangehörigen sowie Staatsbürger eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens zwei Monaten in der jeweiligen Kommune ihren Lebensschwerpunkt haben. Es dürfen also mehr Menschen wählen als bei Landtagswahlen oder Bundestagswahlen.
Bayernweit werden bei der Kommunalwahl 39.300 Mandate vergeben. Die Zahl der zu wählenden Sitze in den Kommunalparlamenten richtet sich jeweils nach der Einwohnerzahl.
Viele Oberbürgermeister- und Landratswahlen in dem Bundesland werden allerdings erst bei den Stichwahlen in zwei Wochen entschieden. Allen voran die OB-Wahl in München, wo Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) im ersten Wahlgang nach jüngsten Negativschlagzeilen deutliche Verluste hinnehmen musste – er sprach selbst von einem enttäuschenden Abend (mehr dazu hier): Er erreichte nach dem vorläufigen Ergebnis nur noch 35,6 Prozent. Dominik Krause von den Grünen landete mit 29,5 Prozent auf Platz zwei.
Auch die Wahlen in Nürnberg und Augsburg brachten noch keine Entscheidung.
Viele Landrätinnen und Landräte werden ebenfalls erst am 22. März feststehen. Bei der OB-Wahl in Bamberg verpasste die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Stichwahl.
Die Stadtrats-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen müssen bis spätestens Mittwoch ausgezählt sein – dann soll auch ein landesweites Ergebnis feststehen. Mit Spannung wird etwa erwartet, ob und wie stark die AfD zulegt. Vor sechs Jahren hatte die Partei landesweit 4,7 Prozent der Stimmen geholt.