SPD-Kandidat Stoch besucht erst die Tafel, dann bestellt er über seinen Fahrer Entenpastete

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg kommt auch SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch ins Stolpern. Im Rahmen eines Tafel-Besuchs hatte Stoch einen privaten Feinkost-Einkauf geplant. Nun bedauert er die Szene.

»Ich bin da in einen Fettnapf marschiert«, sagte Stoch am Donnerstagabend bei einem Podium der »Badischen Neuesten Nachrichten« zur Landtagswahl am 8. März. Die Sequenz müsse im Kontext des Besuchs im Tafel-Laden irritierend wirken, sagte Stoch der Nachrichtenagentur dpa. »Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen.« Zuvor hatte die »Stuttgarter Zeitung« berichtet.

Konkret geht es um eine Szene in einem TV-Porträt, das der SWR im Vorfeld der Landtagswahl über den SPD-Spitzenkandidaten veröffentlichte. Darin begleitet ein Filmteam Stoch beim Besuch eines Tafel-Ladens im badischen Bühl. Nach dem Besuch ist in dem Video zu sehen, dass Stoch seinem Fahrer offenbar einen Einkaufsauftrag gibt.

»Schöne Entenpastete ist was Herrliches«

Auf Nachfrage des SWR sagte Stoch, wenn er in Baden unterwegs sei, nutze er dies manchmal, um im benachbarten Frankreich bei einem Metzger einzukaufen. »Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches«, erklärte Stoch. Die bekomme man hierzulande nicht in der Qualität und zu dem Preis. Deswegen nutze man die Termine nahe der Grenze gern, um frisches Baguette und gute Wurstwaren zu holen.

»Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage, und ich sage dir, was du mir bringst«, sagt der Politiker zu seinem Fahrer. Zu dem Einkauf sei es am Ende allerdings gar nicht gekommen, so Stoch. Beim »BNN«-Podium in Baden-Baden, bei dem neben ihm auch die anderen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Rede und Antwort standen, stellte der SPD-Chef zudem klar: »Es ging tatsächlich um Leberwurst. Und die kostet 1,80 Euro pro 100 Gramm.«

»Da sollte man mehr politische Sensibilität erwarten«

Dagegen häufen sich unter dem SWR-Film auf YouTube die kritischen Kommentare. »Unfassbar», schreibt ein Nutzer. Ein anderer User wirft Stoch vor, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken. »Gerade von einem SPD-Kandidaten aus Baden-Württemberg sollte man mehr politische Sensibilität erwarten.«

Erst vor wenigen Tagen war auch CDU-Spitzenmann Hagel nach Bekanntwerden eines Videos in die Kritik geraten .

Vor allem Grüne und CDU buhlen um das Amt des Ministerpräsidenten, gegen Hagel tritt Cem Özdemir an. In den Umfragen lag die CDU lange klar in Führung, nach jüngsten Erhebungen zeichnet sich jedoch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Grünen ab. Die SPD lag in Umfragen zuletzt bei sieben Prozent.

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