Karin Bergmann wird vorerst Intendantin der Salzburger Festspiele

Karin Bergmann übernimmt mit sofortiger Wirkung die interimistische künstlerische Intendanz der Salzburger Festspiele. Das Salzburger Kuratorium bestellte die frühere Burgtheater-Chefin einstimmig und übertrug ihr die Verantwortung für die künstlerischen Agenden sowie die Umsetzung des Spiel- und Haushaltsplans der kommenden beiden Festspielsaisons, vorerst bis Herbst 2027. Parallel dazu sollen sowohl die künstlerische Intendanz als auch das Präsidentenamt neu ausgeschrieben, eine Findungskommission eingesetzt und eine externe Personalberatung eingebunden werden.

Die Personalie kommt rund zwei Wochen nach der Trennung von Markus Hinterhäuser. Der langjährige Intendant wurde beurlaubt – nur wenige Stunden, nachdem der SPIEGEL über Aussagen berichtet hatte, die nahelegen, dass Hinterhäuser als Intendant über Jahre Menschen schikaniert, beleidigt und beschimpft hat. Lesen Sie hier die ganze SPIEGEL-Recherche .

Das Kuratorium setzt nun demonstrativ auf Deeskalation. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) lobte Bergmann als Managerin mit Empathie und Menschenkenntnis, die »sensibel, aber bestimmt« die Weichen für die Zukunft stellen solle. Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) verwies auf Bergmanns Erfahrung am Burgtheater und ihre Rolle als glaubwürdige Verteidigerin der Kunstfreiheit. Bürgermeister Bernhard Auinger wiederum betonte ihr »künstlerisches und menschliches Feingefühl« sowie ein »Klima der Wertschätzung«, das sie in einer heiklen Übergangsphase garantieren könne.

Bergmann selbst signalisierte Kontinuität im Programm, aber einen anderen Stil in der Führung. Sie hob den Respekt vor der künstlerischen Leistung Hinterhäusers hervor, kündigte aber gleichzeitig an, die neue Aufgabe »auf meine Weise« wahrzunehmen. Leitbegriffe seien für sie Sorgfalt, Verlässlichkeit sowie eine Kultur von Würde, Respekt und Vertrauen. Ihr Appell zielt offenkundig darauf, die Diskussion von der Personalfrage zurück zur Sache zu verschieben: »Jetzt gilt es, den Blick wieder auf die Kunst zu richten.«

Ex-Intendant Hinterhäuser: Das Kuratorium setzt nun demonstrativ auf Deeskalation

Foto: Barbara Gindl / apa / dpa

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