So ist die »Planetenparade« am Samstag am besten zu sehen

Sechs Planeten stehen derzeit ausnahmsweise gleichzeitig am Abendhimmel: Merkur, Venus, Saturn, Neptun, Uranus und Jupiter. Eine solche Konstellation entsteht laut Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg nur alle ein bis zwei Jahre. Normalerweise seien vielleicht zwei, drei Planeten zeitgleich am Himmel zu entdecken. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schreibt von einer »Planetenparade« am Samstag.

Die besondere Konstellation entsteht, weil sich die Planeten zwar in unterschiedlicher Entfernung und Geschwindigkeit um die Sonne bewegen, aber ungefähr in derselben Ebene. Dadurch passiert es immer wieder, dass sie von der Erde aus gesehen scheinbar nah beieinanderstehen – eine optische Täuschung, denn in Wahrheit sind die Himmelskörper Millionen Kilometer voneinander entfernt.

Wann die Parade am besten zu sehen ist

Am Samstag und Sonntag werden die Himmelskörper dichter beisammenstehen als in den vergangenen Wochen. Aber: Die Planeten sind nur kurz zu sehen. Merkur, Venus und Jupiter erscheinen zuerst, ab etwa 18.30 Uhr. Der sonnennächste Planet Merkur ist allerdings mitunter schwer zu entdecken, weil er nah am Horizont steht.

Etwas später sind auch Saturn und der Jupiter zu sehen. Uranus und Neptun sind nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Um sie zu beobachten, ist mindestens ein Fernglas nötig – für Neptun ein Teleskop.

Astronomin Liefke spricht von einem Zeitfenster zwischen 19.00 Uhr und 19.15 Uhr für die Beobachtung. »Danach gehen Merkur, Venus, Saturn und Neptun im Westen unter und sind weg.«

Wo Sie hinschauen müssen

In sozialen Medien heißt es oft, die Planeten würden wie aufgereiht an einer Schnur am Himmel zu sehen sein. Das stimmt jedoch nicht. Die Planeten sind über den Himmel verteilt.

Merkur, Venus, Saturn und Neptun befinden sich in der Nähe des Westhorizonts. Jupiter steht dagegen in einer ganz anderen Himmelsrichtung, im Südosten. »Man muss sich umdrehen, um ihn zu sehen, wenn man sich vorher die Planeten im Westen angeschaut hat«, sagt Liefke. Uranus wiederum befindet sich etwa in der Mitte zwischen Jupiter und den Planeten am Westhorizont hoch im Südsüdwesten.

Am besten gelingt die Beobachtung so:

  • Der Jupiter lässt sich laut Liefke noch recht einfach identifizieren, weil er der erste Planet ist, der am Abendhimmel aufgrund seiner Helligkeit zu sehen ist.

  • Nach einem ähnlich hellen Lichtpunkt müsse man dann im Westen am Horizont suchen: der Venus.

  • In der Nähe der Venus könne man dann, am besten mit einem Fernglas, nach Merkur und Saturn schauen.

  • Der Uranus befinde sich wiederum hoch im Südsüdwesten. Der Neptun sei selbst mit einem Teleskop nur schwer zu entdecken, sagt Liefke.

Der Mars ist überhaupt nicht zu sehen. Er befindet sich zurzeit am Taghimmel in Sonnennähe. Erst ab Mitte des Jahres wird er wieder sichtbar, aber nicht abends, sondern morgens.

Wie wird das Wetter?

Wichtig für die Sicht ist ein klarer Himmel. Laut Deutschem Wetterdienst stehen die Chancen dafür am frühen Samstagabend vorwiegend im Südosten gut. »Ich würde mal den äußersten Südosten und den Osten hervorheben, also den Südosten Bayerns, als auch Ostsachsen, Südostbrandenburg«, sagte Meteorologe Thore Hansen. Ansonsten sei es doch eher ein Glücksspiel.

Sogenannte »Planetenparaden« kommen gar nicht so selten vor, am 18. April etwa wird eine kleinere Konstellation zu beobachten sein, aus Saturn, Mars, Merkur und Neptun. Vor fast genau einem Jahr, Ende Februar 2025, waren sogar sieben Planeten am Himmel zu sehen. Zu solch einer vollständigen Planetenkonstellation wird es erst wieder im Jahr 2040 kommen.

In letzter Zeit war in Deutschland ein echtes Himmelsspektakel am nächtlichen Himmel zu sehen: Polarlichter. Hier können Sie nachlesen, ob diese mittlerweile hierzulande häufiger auftreten.

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