Pharmakonzern Roche verkündet Fortschritt mit Medikament bei Multipler Sklerose

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat mit seinem MS-Mittel Fenebrutinib einen weiteren Studienerfolg erzielt. ‌Bei Patienten mit einer primär progredienten Multiplen Sklerose (PPMS) senkte das Medikament das Risiko einer fortschreitenden Behinderung um zwölf Prozent, teilte Roche mit . Verglichen wurde es mit Ocrevus (Wirkstoff Ocrelizumab), der bisher einzigen zugelassenen Therapie für diese Verlaufsform. Sie stammt ebenfalls von Roche.

Die Studie ist eine sogenannte Phase-III-Studie: Das bedeutet, dass der Wirkstoff an einer großen Gruppe von Probanden getestet wird. Die Probanden mussten unter anderem eine rund siebeneinhalb Meter lange, ebene Strecke gehen (Timed 25-Foot Walk Test) und neun Dübel aus einer flachen Schale in Löcher stecken (Nine Hole Peg Test).

Ergebnisse nach einem halben Jahr

Dass Fenebrutinib mit Blick auf die Behinderungsprogression wirksamer ist als Ocrevus, habe sich ‌laut Roche teils schon nach 24 Wochen gezeigt. Es unterstütze vor allem die Funktion der oberen Extremitäten, also Hände, Schulterblätter oder Arme.

PPMS ist die seltenste Form der Multiplen Sklerose und betrifft etwa zehn Prozent der Patienten. Anders als bei anderen Formen verläuft sie nicht in Schüben.

Roche hatte bereits im November positive Phase-III-Daten bei schubförmiger MS vorgelegt. Schon damals gab es dem Unternehmen zufolge erste Hinweise darauf, dass Fenebrutinib auch bei PPMS wirkt. Laut Roche ist Fenebrutinib der erste experimentelle Wirkstoff seit ‌über einem Jahrzehnt, der ‍in einer Studie eine Reduktion der Behinderungsprogression bei PPMS zeigen konnte.

Für das erste Halbjahr 2026 werden weitere Phase-III-Daten aus einer Studie zur schubförmigen MS erwartet. Sobald diese vorliegen, will Roche das Medikament für eine Zulassung einreichen.

Jasmin Mir bekam mit 24 Jahren die Diagnose Multiple Sklerose. Anstatt einen Master zu machen, gründete sie eine digitale Selbsthilfe-Plattform für Betroffene und deren Angehörige. Hier lesen Sie ihre Geschichte .

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