Um verständlich zu werden, setzt die Berliner Bürokratie jetzt auf KI
Die Berliner Verwaltung möchte künftig verständlicher kommunizieren. Helfen soll dabei künstliche Intelligenz. Mit einer neuen Software sollen künftig Texte in leichtere oder bürgernahe Sprache übersetzt werden können.
»Das macht Verwaltungshandeln transparenter und verständlicher und hilft damit, unnötige Barrieren zwischen Behörden sowie Bürgerinnen und Bürgern abzubauen«, erklärte die Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, Martina Klement.
»Übersetzung« für alltägliche Texte aus der Verwaltung
Das KI-unterstützte Programm soll dabei helfen, die Internetseiten der Behörden, aber auch Behördenbriefe in »bürgernahe Verwaltungssprache« zu übersetzen. Auf Fachbegriffe wolle man verzichten, »sofern es nicht zwingend erforderlich ist«, teilte die Staatskanzlei mit.
Menschen mit Lernschwierigkeiten wollen die Behörden mit einfacher Sprache erreichen. Diese zeichne sich »durch kurze Sätze, eine klare Struktur sowie der ausschließlichen Verwendung von einfachen Wörtern des Sprachniveaus A1 bis A2 aus«, heißt es. Die Nutzung der Software ist zunächst für drei Jahre geplant.
Inwiefern die Verwaltung in der Hauptstadt auch überlegt, in Schreiben und anderen Texten direkt verständlicheres Deutsch zu verwenden, ist nicht bekannt.
Bürokratie unter Zugzwang
Der öffentliche Dienst in Berlin hat seit Langem mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Unter den jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Fluktuation etwa besonders hoch. Zwischen 2015 und 2025 vervierfachte sich die Zahl der freiwilligen Austritte bei den Beschäftigten unter 45 beinahe. Etwa die Hälfte des Nachwuchses zwischen 25 und 35 in der Finanzverwaltung wirft hin.
Um die Probleme in den Griff zu bekommen, kümmern sich inzwischen verschiedene Stellen um eine Reform der Verwaltung. Besonders prominent ist dabei Martina Klement – eine CSU-Spitzenbeamtin aus Bayern, die als Staatssekretärin bei der Digitalisierung helfen soll. Mehr über ihren Kampf gegen das Chaos in Berlin lesen Sie hier.