Fifa beschließt höhere Prämien für alle WM-Teilnehmer
Für alle Teilnehmer an der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko soll es mehr Geld geben. Wie der Weltverband Fifa mitteilte, sollen insgesamt 871 Millionen US-Dollar (744 Millionen Euro) an die 48 teilnehmenden Nationalverbände ausgeschüttet werden, wie der Fifa Council bei seiner Sitzung in Vancouver entschied. Zuvor hatte die Fifa 727 Millionen vorgesehen.
Fix planen können die Teilnehmer und damit auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit 10 Millionen US-Dollar Startgeld (zuvor 9 Millionen) und 2,5 Millionen Dollar für die Vorbereitungskosten (zuvor 1,5 Millionen).
Infantino spricht von Reinvestitionen
Die Fifa begründete die Erhöhung 44 Tage vor dem Eröffnungsspiel mit dem kommerziellen Erfolg des Turniers. Die Fifa sei »stolz darauf, sich in der finanziell stabilsten Position ihrer Geschichte zu befinden, was es uns ermöglicht, all unseren Mitgliedsverbänden auf beispiellose Weise zu helfen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Ressourcen der Fifa wieder in den Sport reinvestiert werden«, sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino laut einer Mitteilung.
Die Fifa kommunizierte nach der Sitzung keine Änderungen an den Preisgeldern. Die Rekordsumme von 50 Millionen US-Dollar für den neuen Weltmeister hatte der Weltverband nach dem Council-Meeting im Dezember bekannt gegeben.
Was dem DFB Unbehagen bereitete
Zuvor hatte auch der DFB die WM-Prämienregelungen als unzureichend kritisiert. Zwar war der Gesamttopf so prall gefüllt wie noch nie. Am Turnier in den USA, Mexiko und Kanada nehmen vom 11. Juni an allerdings 16 Teams mehr als noch beim vergangenen Turnier 2022 in Katar teil. Für die meisten Mannschaften hätte es im Vergleich zur Katar-WM nur etwas höhere Prämien gegeben.
Verschärft wird die finanzielle Unsicherheit durch den schwankenden Dollarkurs und die unterschiedliche Besteuerung der Gewinne in verschiedenen US-Bundesstaaten. Diese bereite dem DFB »wirklich Unbehagen«, hatte Geschäftsführer Andreas Rettig vor der Erhöhung der Prämien gesagt.
Zudem wird die Fifa seit Monaten für die Preispolitik bei den Eintrittskarten für die WM kritisiert. So stieg der Preis für das teuerste Ticket beim Finale auf 10.990 US-Dollar (9.315 Euro). Ticketinhaber beschwerten sich, mit einem falsch angegebenen Standort im Stadion in die Irre geführt worden zu sein. Es steht fest, dass das Drei-Länder-Turnier für Fans das teuerste der Geschichte werden wird. Dass die Teams nun indirekt von den Ticketpreisen profitieren werden, dürfte die Kritik nicht verstummen lassen.