Acht Jahre mussten die Nationalspielerinnen zuschauen. Nun ermöglicht die Fifa die Rückkehr
Fast acht Jahre mussten die afghanischen Fußballnationalspielerinnen auf diese Entscheidung warten, nun ist der Weg frei für eine Rückkehr in den internationalen Spielkalender. Der Weltverband Fifa hat auf seinem Kongress im kanadischen Vancouver entschieden, Teams eine Spielgenehmigung erteilen zu können, auch wenn die Anerkennung durch den nationalen Verband nicht erteilt wurde.
Die Rückkehr nach dem letzten offiziellen Länderspiel im Dezember 2018 stehe als ein Zeichen von »Identität, Würde und Hoffnung«, sagte die ehemalige Kapitänin Khalida Popal, die derzeit in Vancouver weilt. Die Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 hatte die ohnehin schwierige Lage von Fußballerinnen in dem Land massiv verschlechtert, das Regime führte ein Verbot von Frauensport ein.
Bisher hatten die Fifa-Statuten die offizielle Anerkennung einer Mannschaft verhindert, sofern diese nicht von ihrem Mitgliedsverband, in diesem Fall dem afghanischen Fußballverband, anerkannt wird. Die am Dienstag vom Fifa-Rat verabschiedete Änderung ermöglicht es dem Weltverband nun, die Registrierung eines Teams »in Ausnahmefällen« zu genehmigen, um sicherzustellen, dass Spielerinnen nicht aufgrund von Situationen, die »außerhalb ihrer Kontrolle liegen«, am internationalen Fußball gehindert werden.
Zum Start ein Trainingslager in Neuseeland
Afghanistans Frauen können somit ab sofort wieder an offiziellen Spielen teilnehmen, wenn auch nicht im eigenen Land. Die Qualifikation für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 hat bereits begonnen, Afghanistan könnte aber in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 starten. Zuletzt hatte das Flüchtlingsteam Afghan Women United die Vorarbeit geleistet.
Fifa-Präsident Gianni Infantino sprach von einer »wegweisenden Änderung« und einem »bedeutenden und beispiellosen Schritt« im internationalen Sport. »Indem wir afghanischen Frauen die Möglichkeit bieten, für ihr Land offizielle Spiele zu bestreiten, setzen wir unsere Grundsätze in die Tat um«, sagte er.
Viele Fußballerinnen waren wegen der Machtübernahme der Taliban nach Australien, Europa, in die USA oder in den Nahen Osten geflüchtet. Das neu zusammengestellte Team wird vom 1. bis zum 9. Juni in Neuseeland ein Trainingslager absolvieren und in diesem Rahmen auch gegen die Cook-Inseln spielen.
Lesen Sie hier, wie die im Exil lebende Khalida Popal nach der Machtübernahme der Taliban dafür sorgte, dass Nationalspielerinnen Afghanistan verlassen konnten und sie sie dadurch vor Verfolgung und Tod rettete: »Ich wäre lieber gestorben, als diesen Spielerinnen den Rücken zu kehren.«