»Wenn Isak 150 Millionen wert ist, ist Harry 250 Millionen wert«
Wenn der FC Bayern München die noch ausstehenden sieben Bundesliga-Spiele gewinnt, stellt der Club mit 91 Punkten seinen eigenen Rekord aus der Saison 2012/2013 ein. Ohnehin befinden sich die Bayern auf Rekordkurs: 1972 schossen die Münchner 101 Tore, für diese Bestmarke fehlen noch vier Treffer. Und Harry Kane könnte Robert Lewandowski übertrumpfen. Der Engländer liegt derzeit bei 31 Saisontoren, zehn fehlen noch bis zu Lewandowskis Rekord.
Kein Wunder, dass sich Uli Hoeneß von Kane eine Vertragsverlängerung wünscht.
»Das wäre ein Traum«, sagte der Ehrenpräsident dem »Kicker« und ergänzte: »Er hat seine Ausstiegsklausel nicht wahrgenommen, das heißt schon mal, dass er auf jeden Fall bis Sommer 2027 hier unter Vertrag ist. Was ich höre und spüre: dass er und seine Familie sich hier extrem wohlfühlen.«
Das spräche für eine längerfristige Zusammenarbeit. Hoeneß sieht beim 32-Jährigen kein nahes Ende. »Er ist ein perfekter Profi, der seinen Körper pflegt. Er kann auf diesem Niveau mindestens noch drei, vier Jahre spielen.« In München? »Man weiß nie, wenn ein Saudi kommt und das dicke Geld auf den Tisch legt ...«
Kane »ist ein Wahnsinn«
Auch an anderer Stelle des Interviews kommt Hoeneß nicht ohne Seitenhieb aus. Die Bayern hatten bei Kanes Verpflichtung 95 Millionen Euro Ablöse bezahlt – ein Schnäppchen, findet Hoeneß. »Der Alexander Isak von Liverpool, der hat 150 Millionen Euro gekostet. Wenn der 150 wert ist, ist Harry 250 Millionen Euro wert.«
Isak konnte bei den Reds nicht an seine Leistungen bei Newcastle anknüpfen und fehlt schon seit Wochen verletzt.
Kane wiederum sei beim FC Bayern zum kompletten Stürmer gereift. »Dieses läuferische Element hat er unter dem Vincent Kompany entdeckt. Er ist bei jeder Standardsituation mit in der eigenen Box. Und die Pässe! Der spielt ja aus dem Stand 70-Meter-Pässe auf den Olise, das ist ein Wahnsinn«, schwärmte Hoeneß.
Dazu habe Kane einen »guten Charakter« und sei »ein Vorbild für unsere jungen Spieler, in der Kabine schauen die Jungs zu ihm auf. Wir können nur stolz sein, dass wir den in unseren Reihen haben.«
Hoeneß, der offiziell im Tagesgeschäft der Bayern nichts mehr zu sagen hat, suchte zuletzt wieder häufiger die Öffentlichkeit. Der 74-Jährige sagte den Beratern im Fußball (»Halsabschneider«) den Kampf an, kritisierte nach dem 1:1 in Leverkusen Schiedsrichter Christian Dingert oder analysierte die angeblich schwachen Leistungen von Florian Wirtz in Liverpool.
Bayerns Ehrenpräsident Hoeneß: »Können nur stolz sein, dass wir den in unseren Reihen haben«
Foto: Bernd Thissen / dpa