Ermittler vollstrecken neue Durchsuchungsbeschlüsse im Fall Krah

Bei den Korruptionsermittlungen gegen den AfD-Politiker Maximilian Krah führt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden erneut Durchsuchungsmaßnahmen durch. Wie eine Sprecherin der Behörde auf SPIEGEL-Anfrage mitteilte, werden seit dem Morgen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse des Oberlandesgerichts Dresden vollstreckt.

Die Maßnahmen richteten sich nicht gegen Krah selbst, sondern gegen »Dritte«, so die Sprecherin. Wo genau durchsucht wird und welche Beweismittel sichergestellt werden sollen, wollte die Generalstaatsanwaltschaft zunächst nicht sagen.

Nach SPIEGEL-Informationen ging es unter anderem um die Sicherstellung von E-Mail-Konten bei Kanzleien, bei denen Krah früher tätig war.

Ermittler werfen Bestechlichkeit und Geldwäsche vor

Vor den Maßnahmen hatte der Deutsche Bundestag am Donnerstag »den Vollzug gerichtlicher Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse gegen den Bundestagsabgeordneten Dr. Maximilian Krah« genehmigt .

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdachts. Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft wirft Krah Bestechlichkeit und Geldwäsche vor: Der AfD-Politiker soll in seiner Zeit als Europaabgeordneter Schmiergelder aus China angenommen haben, die über Firmen aus dem Umfeld seines früheren Mitarbeiters Jian G. geflossen seien.

G. war 2024 als Agent des chinesischen Geheimdienstes enttarnt und im September 2025 wegen Spionage zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Nach Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) erstellte G. auch Dossiers über vertrauliche Gespräche mit seinem Vorgesetzten. In diesen ist davon die Rede, dass Krah ausführlich über Interna der AfD berichtet und über die eigene Parteichefin Alice Weidel gelästert habe. Auch private Details werden in dem Dokument akribisch protokolliert. Der SPIEGEL hatte über die Arbeit des Spions mehrfach berichtet .

Der heutige Bundestagsabgeordnete Krah, der in seiner Zeit im Europaparlament wiederholt durch seine chinafreundliche Haltung auffiel, hat die Korruptions- und Geldwäschevorwürfe stets bestritten. Der SPIEGEL hatte bereits im vergangenen Mai über verdächtige Zahlungen berichtet .

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