Trump hat die größte US-Streitmacht seit Langem zusammengezogen – jetzt setzt er sie ein
Die USA und Israel greifen Iran an
Was sich anbahnte, ist eingetreten: eine Eskalation im Konflikt mit Iran. Am frühen Morgen hat Israel einen »Präventivschlag« gegen Iran begonnen, wie es Verteidigungsminister Israel Katz nennt. Nach übereinstimmenden Berichten beteiligen sich die USA an dem Militärschlag. Über der Hauptstadt Teheran sind Rauchwolken zu sehen, auch andere Städte wurden attackiert (alle Entwicklungen hier).
Kurze Zeit später bestätigte Donald Trump, die USA hätten »große Kampfoperationen« begonnen. Es gehe darum, Bedrohungen durch das iranische Regime zu beseitigen, sagte er in einem Clip, den er im Netzwerk Truth Social verbreitete. Es solle verhindert werden, dass das »böse und radikale« Regime US-Sicherheitsinteressen beeinflusse. »Wir werden seine Raketen zerstören«, kündigte Trump an. Iran sponsere Terrorismus, das Regime dürfe »niemals« über Atomwaffen verfügen. Trump hatte in den vergangenen Wochen die größte amerikanische Streitmacht seit mehr als zwei Dekaden in den Nahen Osten befohlen.
Mein Kollege Thore Schröder berichtet aus Israel: »Es war 8.17 Uhr am Shabbatmorgen, als die Smartphones schrillten. ›Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage sollten Sie sich über den sichersten Ort in ihrer Nähe informieren, die Home Front Command App installieren und unnötige Fahrten vermeiden. Bitte befolgen Sie weiterhin die Anweisungen und informieren Sie sich über die offiziellen Kanäle‹, so die Nachricht des Heimatschutzkommandos. Viele Israelis stürzten aus ihren Betten und auf die Straßen, um dann in die Wohnungen und Häuser zurückzugehen und sich für den Krieg bereitzumachen.«
Wie Iran zurückschlagen könnte, hat mein Kollege Marc Hasse kurz vor Beginn der Angriffe recherchiert: Teheran könnte amerikanische Militärbasen mit Kurzstreckenraketen angreifen, sagen Experten. Es besteht die Gefahr, dass ein Gegenschlag die US-Flugabwehr zeitweise überfordert (hier mehr dazu ).
Verfolgen Sie hier alle Entwicklungen live: Der News-Blog
Stillstand im Nahverkehr
Wenn die Industriegewerkschaften IG Metall oder IG BCE streiken, dann ist das relevant für die Wirtschaft, aber vom Alltag vieler Menschen weit entfernt. Wer merkt schon, wenn irgendwo ein Band stillsteht?
Dass Arbeitskampf schmerzen kann, dass er lästig ist und genau das sein soll, erkennen die meisten erst dann, wenn die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zum Warnstreik aufruft. Zum Beispiel heute. In den meisten Bundesländern stehen viele Busse und Bahnen still, schon gestern war das der Fall. Rollen wird es nur in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Ostholstein.
Ver.di fordert für die bundesweit rund 100.000 Beschäftigten in kommunalen Verkehrsbetrieben vor allem bessere Arbeitsbedingungen. Ausgang offen. Andere Gewerkschaften waren dieses Mal schneller. So hat sich die Bahn im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL geeinigt, ganz ohne Arbeitskampf. Zur Erinnerung: Die GDL ist jene Gewerkschaft, die unter ihrem früheren Chef Claus Weselsky über Tage und Wochen den Schienenverkehr auszubremsen pflegte. Bahnreisende waren nicht gut auf den Mann mit dem Schnauzbart zu sprechen.
Weselsky war sich dessen bewusst. In seinem letzten SPIEGEL-Gespräch als GDL-Chef sagte er, im Fernsehen verbiete er sich das Lächeln: »Wir entziehen Hunderttausenden über Nacht das Verkehrsmittel, bringen alles durcheinander – da können Sie nicht auf Prince Charming machen« (mehr hier ). Sein Nachfolger Mario Reiß setzt offenbar auf einen anderen Kurs. Zum Arbeitskampf aufrufen wird die GDL wohl erst wieder im Frühjahr 2028.
Mehr Hintergründe hier: Werden die Lokführer jetzt zahm?
Wen schickt Deutschland zum ESC?
Eigentlich geht es ja bloß um Musik, um die Chance auf eine Popstarkarriere, um drei magische Minuten. Der Eurovision Song Contest (ESC) ist eine glitzernde Form des Eskapismus. Und doch spielt die Weltlage beim Wettbewerb immer eine Rolle. Über die Frage, ob der israelische Rundfunksender KAN am ESC teilnehmen darf, haben sich die Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion Ende vergangenen Jahres zerstritten. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr.
Deutschland ist im Mai in Wien dabei. Heute Abend um 20.15 Uhr wird in der ARD der diesjährige deutsche Beitrag gesucht. Aus neun Liedern soll eine internationale Jury drei Titel aussieben, unter denen das TV-Publikum entscheiden darf.
Mein Kollege Felix Bayer, der für den SPIEGEL über den Vorentscheid berichten wird, beschreibt das Teilnehmerfeld wie folgt: »Soll Deutschland versuchen, sich komisch zu präsentieren mit einer Italo- und Polski-Pop-Parodie? Trifft der Glam-Rock-Auftritt des nicht-binären Wavyboi aus Liechtenstein eher den Geschmack der queeren ESC-Kernzielgruppe? Oder hat die beflissene Dance-Pop-Choreografie einer Boulevard-gestählten Castingshow-Veteranin die besten Chancen?«
Felix prophezeit eine »kleine Richtungsentscheidung«.
Mehr Hintergründe lesen Sie hier: Das sind die Acts, die für Deutschland zum ESC wollen
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Gewinner des Tages…
…ist Greg Abel. Der Name sagt Ihnen nichts? Das dürfte sich ändern, falls Sie sich dafür interessieren, wie Sie Ihr Erspartes anlegen können. Abel ist Nachfolger des legendären Warren Buffett an der Spitze der US-Investmentholding Berkshire Hathaway. Und was immer Starinvestor Buffett tat, bewegte die Märkte. Zuletzt hatte er mit Portfolio-Umschichtungen ein Zeichen gesetzt: Er stieß Amazon-Aktien ab und stockte bei der digitalaffinen »New York Times« auf (mehr dazu hier). Mir war das sehr sympathisch. Ich räume ein, dass das möglicherweise mit meinem Beruf als Journalistin zu tun hat.
Heute veröffentlicht Abel seinen ersten Brief an die Aktionäre. Anleger werden dann wissen, was er vorhat. Die Erwartungen sind hoch. US-Wirtschaftsprofessor Henning Piezunka sagt es so: Auf Legenden wie Buffett zu folgen, sei eine undankbare Aufgabe. »So, als müssten Sie bei Borussia Dortmund nach Jürgen Klopp anfangen.«
Wie tritt man in die Fußstapfen von Warren Buffett?
Die jüngsten Meldungen aus der Nacht
Zahl Kleiner Waffenscheine auf mehr als 900.000 gestiegen: Immer Menschen in Deutschland haben einen Kleinen Waffenschein. Die Zahl hat Ende 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Die Polizei warnt besonders bei Schreckschusswaffen vor Gefahren im Alltag.
Greenpeace soll US-Pipelinebetreiber 345 Millionen Dollar zahlen: Rund zehn Jahre nach Protesten gegen eine Ölpipeline in den USA soll die Umweltschutzorganisation Greenpeace dem Betreiber eine Entschädigung von 345 Millionen Dollar zahlen. Greenpeace kündigte umgehend Berufung gegen das Gerichtsurteil an.
Heute bei SPIEGEL Extra: Sie patrouillieren, wo ein falscher Schritt den Tod bedeutet
Donald Trump hat sie verspottet, aber die Sirius-Spezialeinheit überwacht in Grönland ein Gebiet, fast so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. Fünf Veteranen berichten von Einsätzen bei minus 50 Grad und monatelanger Dunkelheit .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihre Cornelia Schmergal, Ressortleiterin Wirtschaft
Rauch über Teheran
Foto: Atta Kenare / AFPBeschäftigte der Verkehrsgesellschaft BVG in Berlin
Foto: Rainer Keuenhof / picture allianceVorjahressieger JJ aus Österreich
Foto: Jens Büttner / dpaDan Brouillette / Bloomberg / Getty Images
Fritz Hoffmann / Redux / laif