Bundespräsident Steinmeier plädiert für Zuversicht
In seiner Weihnachtsansprache ermutigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Deutschen, einander zuzuhören und gemeinsam nach Orientierung zu suchen. Außerdem spricht sich Steinmeier für Solidarität mit der Ukraine aus.
In der Videobotschaft, die traditionell im Dienstsitz des Bundespräsidenten, Schloss Bellevue, aufgenommen wurde, sprach er über Licht und Dunkelheit. Letzteres sei alles, was jeden Einzelnen bedrücke, so Steinmeier. Ersteres all das, was Hoffnung gebe, stärke: unter anderem Gemeinschaft, das Engagement so vieler für eine bessere Welt, so der Bundespräsident.
Steinmeier appelliert an die Deutschen, sich gemeinsam mit anderen auf die Suche nach Orientierung zu begeben und ihr eigenes Denken zu hinterfragen. Man könne viel gewinnen, »wenn wir andere mit echtem Interesse zu Wort kommen lassen und sie nicht nur mit dem behelligen, was wir selber schon immer für richtig halten«, so Steinmeier. Man brauche Gemeinschaft, sagt er weiter. Weihnachten sei das Fest, um diese im privaten Bereich zu stärken. »Die Bindungen, die uns Halt geben, sind genauso wichtig wie die, die uns in die Pflicht nehmen.«
Aufruf für weitere Unterstützung der Ukraine
Auch um den Krieg in Osteuropa geht es dem Bundespräsidenten in seiner Ansprache. Bezüglich der Ukraine wendet er sich direkt an die Deutschen: »Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, unsere Unterstützung und Solidarität gelten nicht nur denen, die uns räumlich ganz nahe sind. Wir denken auch etwa an die Ukrainerinnen und Ukrainer, gegen die Russland seit fast vier Jahren Krieg führt.«
In den vergangenen Tagen sei intensiv darum gerungen worden, Wege zu finden, um den Krieg zu beenden. Als hoffnungsvolles Zeichen und Grund zur Zuversicht wertet Steinmeier, dass »wir uns als Europäer gemeinsam unserer Stärke und unserer Werte wieder neu bewusst werden und entsprechend handeln«. Freiheit, Frieden und demokratische Selbstbestimmung seien unverzichtbar und der Einsatz dafür werde »uns einiges abverlagen«.
»Dazu müssen wir bereit sein – und ich glaube, dazu sind wir bereit.«
Dass der Bundespräsident Deutschlands eine Weihnachtsansprache hält, ist seit 1970 Tradition in Deutschland. Begründet wurde sie von dem damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (SPD) und dem Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), bis dahin hatte der Kanzler die Rede zu Weihnachten und der Präsident jene zu Neujahr gehalten. Sie tauschten. Warum, ist bis heute nicht sicher bekannt , doch ihre Nachfolger blieben dabei.
Die Rede Steinmeiers wird am 25. Dezember um kurz nach 19 Uhr im ZDF ausgestrahlt, eine Stunde später in der ARD. Am Abend des 31. Dezember folgt dann Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit seiner Neujahrsansprache.
Anmerkung der Redaktion: Der Bundespräsident hält die Weihnachtsansprache seit 1970. Eine andere, falsche Zeitangabe in einer früheren Version dieser Meldung haben wir korrigiert.