Wim Wenders erhält Ehrenpreis für sein Lebenswerk

Er schuf filmische Kunstwerke wie »Paris, Texas«, »Der Himmel über Berlin« und »Perfect Days«: Regisseur Wim Wenders, 80, erhält in diesem Jahr den Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie. Er werde bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai in Berlin für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet, teilte die Akademie mit.

»Wim Wenders ist als Filmemacher absolut einzigartig und seit über fünf Jahrzehnten eine Ikone des Weltkinos«, heißt es in der Begründung. Er habe Spiel- und Dokumentarfilme gedreht, die »großartigsten Soundtracks aller Zeiten entstehen lassen«, so gut wie jedes Festival gewonnen und mit den größten Stars gearbeitet.

»Fragile Schönheit des Lebens«

Wenders gelinge es, »den unerklärlichen Zauber und die fragile Schönheit des Lebens für einen Moment einzufangen und so für seine Zuschauer erlebbar zu machen«, erklärte die Deutsche Filmakademie. Das gelte für Wenders' Filme, für seine Fotografie, seine Bücher und für ihn selbst als Mensch.

Zuletzt war Wenders Jurypräsident der Berlinale. Bei den Internationalen Filmfestspielen hatte es in diesem Jahr Debatten gegeben, inwiefern sich Filmschaffende politisch positionieren sollten, zum Beispiel zum Nahostkonflikt. Wenders antwortete auf eine Journalistenfrage: »Wir müssen uns aus der Politik heraushalten.« Die Proteste von Künstlern, die das entschieden anders sehen, ließen nicht lange auf sich warten – die indische Schriftstellerin Arundhati Roy sagte sogar kurzerhand einen Auftritt ab.

Zukunft des Kinos

Insgesamt sorgt sich Wenders eher um die Zukunft des Kinos als um die große Politik. Die Streamingdienste brächten viele »Produkte« auf den Markt, kritisierte er, die mehr von Algorithmen bestimmt seien als von originellen Geschichten. »Und im Kino können sich viele gute (und womöglich ›kleinere‹) Filme nicht mehr durchsetzen, weil sie die Zeit nicht bekommen, ihr Publikum zu gewinnen«.

Die Deutsche Filmakademie verleiht den Deutschen Filmpreis Ende Mai in Berlin. Ähnlich wie bei den Oscars in den USA stimmen die Akademiemitglieder darüber ab, welcher Film etwa die Goldene Lola bekommen soll. Die Nominierungen werden am 31. März bekannt gegeben.

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