Baby-Dinosaurier waren bei Fleischfressern besonders beliebt

Langer Hals, langer Schwanz: Sauropoden waren riesige, pflanzenfressende Dinosaurier. Wie ihre Existenz sich auf andere Arten ausgewirkt hat, haben Forschende nun genauer untersucht. Ihnen zufolge waren Babys und Jungtiere der Sauropoden im späten Jura eine wichtige Nahrungsquelle. Die Riesen wurden von Raubtieren gefressen, solang sie noch vergleichsweise klein waren. Die Arbeit wurde im Fachblatt »Science Bulletin« veröffentlicht.

Für die Studie haben die Forschenden Daten von Fossilien ausgewertet, die vor 150 Millionen Jahren in der Morrison-Formation auf dem Gebiet des heutigen Colorado entstanden sind, einem fossilreichen Gebiet in Nordamerika. Die Überreste lieferten Informationen zur Größe der Dinosaurier, zur Abnutzung ihrer Zähne, manchmal sogar zum inzwischen versteinerten Mageninhalt. So konnten die Forscher ableiten, wer wen oder was gefressen hat.

Sauropoden hatten demnach eine Schlüsselrolle in dem Ökosystem: als Raubtierfutter.

»Wenn sie gingen, bebte die Erde«

Die Sauropoden-Eltern hätten den wehrlosen Nachwuchs oft allein gelassen, wie es etwa auch Schildkröten machen. Bei den Dinosauriern gab es wohl ganz praktische Gründe dafür. »Erwachsene Sauropoden wie der Diplodocus und der Brachiosaurus waren länger als ein Blauwal. Wenn sie gingen, bebte die Erde«, sagte Hauptautor Cassius Morrison laut einer Mitteilung. Die Eier mit den Babys seien dagegen nur rund 30 Zentimeter breit gewesen, und die Babys wuchsen langsam. »Allein aufgrund ihrer Größe war es für Sauropoden schwierig, ihre Eier zu bewachen, ohne sie zu zerstören.«

Die Studie, so Morrison, ermögliche es, die Rolle der Sauropoden im damaligen Ökosystem zu untersuchen und die Nahrungsnetze mit anderen Zeiträumen zu vergleichen. »Das hilft uns, den Evolutionsdruck zu verstehen und warum sich Dinosaurier so entwickelt haben, wie sie es getan haben.«

Manche Fossilien des Allosaurus, einer der größten fleischfressenden Dinosaurier seiner Zeit, weisen den Forschenden zufolge auf schwere Verletzungen hin, die teils wieder verheilt waren. »Eine Fülle an leichter Beute in Form von jungen Sauropoden könnte es verletzten Allosauriern ermöglicht haben, zu überleben«, sagte Mitautor William Hart.

In der Studie steckt ein weiteres Ergebnis zur Frage nach der Entwicklung der verschiedenen Arten. 70 Millionen Jahre nach der Fundzeit der Fossilien, zur Zeit des Tyrannosaurus rex, gab es demnach nur noch wenige Sauropoden. Möglicherweise könnte eine evolutionäre Anpassung – mehr Beißkraft, besseres Sehvermögen, größere Dinosaurier – dazu beigetragen haben, dass der Tyrannosaurus rex größere und gefährlichere Tiere jagen konnte.

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