Forscher filmen erstmals, wie sich ein Embryo in der Gebärmutter einnistet
Forschenden aus drei verschiedenen Arbeitsgruppen sind unabhängig voneinander spektakuläre Aufnahmen gelungen: Sie filmten die Einnistung menschlicher Embryonen in eine im Labor erzeugte Gebärmutterschleimhaut.
Ihre Erkenntnisse könnten einen Durchbruch in der Kinderwunschbehandlung bedeuten, wie mein Kollege Johann Grolle berichtet.
Gegenwärtig führen rund 70 Prozent der künstlichen Befruchtungen nicht zur Geburt eines Babys. Oft scheitern sie schon beim Einnisten, jenem besonders kritischen Vorgang sechs bis zehn Tage nach der Empfängnis, in dessen Verlauf sich der Embryo an das Gebärmuttergewebe heftet.
Würde das Drama der Einnistung besser verstanden, so die Hoffnung, könnten sich die Erfolgsquoten verbessern: Störungen bei der Bildung der Plazenta – sie ernährt den werdenden Menschen und versorgt ihn mit Sauerstoff – sind eine Ursache für Schwangerschaftsprobleme. Die In-vitro-Einnistung soll helfen, diese besser zu verstehen und womöglich therapieren zu können.
Diesem Zweck dient auch das winzige Abbild einer Gebärmutter, an dem die Forschenden ebenfalls arbeiten. Aus Uteruszellen von wahrhaftigen Patientinnen erschaffen sie sogenannte Organoide, Organe im Kleinstformat also, die dieselben molekularen Eigenschaften haben wie das Original. An ihnen lässt sich ergründen, warum bei manchen Frauen künstliche Befruchtungen seltener gelingen als bei anderen.
Hier können Sie den Text nachlesen.
Herzlich
Ihre Julia Koch
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Fluoreszenzmikroskopische Aufnahme eines Embryos (blau) in gezüchtetem Uterusgewebe: Drama der Einnistung
Foto:Dr. Matteo Molè / Babraham Institute
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Foto:Rosario Cauchi / EPA