Aussichtslos durch die Nacht

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie sich für den Sternenhimmel interessieren, können Sie ihn in der Nacht auf Montag womöglich besonders genießen. Dann sorgt die Wintersonnenwende für die längste Nacht des Jahres und für etwa 16 Stunden Dunkelheit.

Wobei Dunkelheit relativ ist, wie mein Kollege Martin Schlak berichtet. Er hat sich am Potsdamer Leibniz-Institut für Astrophysik über die Folgen informiert, die der wachsende Einsatz von Satelliten im All für die Erforschung des Universums haben könnte.

Die Zahl der aktiven Satelliten am Himmel hat sich in den vergangenen zehn Jahren ungefähr verzehnfacht, auf mehr als 14.000 künstliche Flugkörper, berichtet Martin. Alle paar Tage transportieren Raketen weitere in die Erdumlaufbahn.

Forschende befürchten: Setzt sich diese Entwicklung ungebremst fort, könnten wichtige Entdeckungen erschwert oder gar unmöglich werden. Auf den Bildern, die Teleskope aufnehmen, wären Dutzende helle Satellitenspuren zu sehen. Insbesondere Aufnahmen von unvorhersehbaren Ereignissen wie der Explosion eines Sterns könnten gestört werden, erklärte Astronomin Janine Fohlmeister meinem Kollegen: »Wenn da eine Strichspur drüber geht, sind Informationen verloren.«

Wie das Weltall künftig vor Lichtverschmutzung durch kommerzielle Satelliten geschützt werden könnte, können Sie hier  nachlesen.

Herzlich,
Ihre Julia Koch

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Anm. der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Wintersonnenwende sorge für etwa zwölf Stunden Dunkelheit. Tatsächlich sind es etwa 16 Stunden. Wir haben den Fehler korrigiert.

Bild der Woche

(Feedback & Anregungen? )

Simulation von Galaxienaufnahme mit Satellitenspuren: Wichtige Entdeckungen würden erschwert oder gar unmöglich.

Foto:

Borlaff, Marcum, Howell (Nature, 2025) / NASA / AFP

Apennin-Braunbären leben seit Jahrtausenden in besiedelten Gebieten in Mittelitalien. Die enge Nachbarschaft zu den Menschen dort hat offenbar das Erbgut der Tiere verändert, wie Forschende der Universität Ferrara berichten. Im Vergleich zu Artgenossen in anderen Regionen gibt es in ihrer DNA bestimmte Muster, die mit zurückhaltendem Verhalten in Verbindung gebracht werden. Wahrscheinlich wurden im Laufe der Zeit eher jene Bären getötet, die aggressiv auftraten, so konnten vor allem friedliche Exemplare ihre Gene weitergeben.

Foto: Bruno D'Amicis

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