US-Regierung stoppt fünf Offshore-Windparkprojekte
Das Innenministerium der Vereinigten Staaten hat die Pachtverträge für fünf große Offshore-Windkraftprojekte vor der Ostküste ausgesetzt und dies mit Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit begründet.
Das Ministerium teilte am Montag mit, der Schritt sei eine Reaktion auf Beschwerden des Verteidigungsministeriums. Es gebe Regierungsberichte, wonach die Bewegung massiver Turbinenblätter und die stark reflektierenden Türme Radarstörungen verursachten. Das erschwere das Erkennen feindlicher Bedrohungen. Die Aussetzung gebe den Bundesbehörden Zeit, mit den Pächtern und den Bundesstaaten zusammenzuarbeiten, um die Risiken zu bewerten.
Die Entscheidung betrifft Projekte vor Massachusetts, Connecticut, New York sowie der Küste Virginias, die bereits große Investitionen und Bauarbeiten vorzuweisen haben. Von der Aussetzung betroffen sind unter anderem Projekte des dänischen Konzerns Orsted, des US-Konzerns Dominion Energy und des norwegischen Energie-Unternehmens Equinor. Orsted-Aktien sackten am Montag infolge der Nachricht um mehr als zwölf Prozent ab, Dominion verlor 5,5 Prozent.
»Die Trump-Regierung sucht nach jeder Ausrede«
Kritik kam unter anderem von dem demokratischen Fraktionschef im US-Senat, Chuck Schumer. Er warf Präsident Donald Trump vor, mit einem »irrationalen und ungerechtfertigten« Vorgehen gezielt Offshore-Windprojekte zu blockieren. Die Entscheidung werde die Energiepreise weiter in die Höhe treiben, Tausende gewerkschaftlich organisierte Arbeitsplätze gefährden und die Stabilität des Stromnetzes untergraben, erklärte Schumer. »Die Trump-Regierung sucht nach jeder Ausrede, um ihren Angriff auf saubere Energie fortzusetzen«, sagte die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul. »Für diesen Stopp gibt es jedoch keine glaubwürdige Rechtfertigung.«
Auch Umweltgruppen und weitere politische Vertreter sehen Medienberichten zufolge in dem Schritt eine politisch motivierte Belastung der Windenergiebranche, die zuvor umfangreiche Genehmigungs- und Sicherheitsprüfungen durchlaufen habe – teils auch unter früheren Regierungen. Branchenvertreter und Projektentwickler prüfen demnach die Auswirkungen der Maßnahme auf Arbeitsplätze und Investitionen und haben teilweise juristische Schritte angekündigt.
US-Präsident Trump hat Windturbinen als kostspielig und ineffizient bezeichnet und sich wiederholt gegen die Branche gestellt. Im Wahlkampf hatte er versprochen, die Offshore-Windindustrie zu stoppen und stattdessen Öl und Gas zu fördern. Im August hatte die Regierung bereits den fortgeschrittenen Bau des Projekts Revolution Wind von Orsted gestoppt, ein Bundesrichter hob das Verbot jedoch später auf.