Weltall-Sake für knapp 600.000 Euro verkauft
Am 27. Februar wurde die Maische aus dem Pazifik geborgen, nun wurde der daraus gebraute Wein für viel Geld verkauft: In Tokio gingen 100 Milliliter Sake in die Hände eines anonymen Käufers über – für 600.000 Euro.
Hinter der Aktion steht die japanische Sake-Brauerei Dassai gemeinsam mit dem Raumfahrt- und Technikunternehmen Mitsubishi Heavy Industries.
Gemeinsam entwickelten sie im vergangenen Jahr spezielle, weltraumtaugliche Brauausrüstung und schickten diese mit den notwendigen Zutaten zur Internationalen Raumstation ISS. Im November fand der Brauprozess unter Bedingungen statt, die die Schwerkraft auf dem Mond simulierten.
Sake musste in Japan noch fertig gebraut werden
Die dort entstandenen 260 Gramm Maische, also das Ausgangsprodukt für Sake, wurden anschließend im Februar zurück zur Erde gebracht. In gefrorener Form wurden sie zurück nach Japan geflogen und zu Sake verarbeitet. Heraus kamen 116 Milliliter Flüssigkeit, 16 davon wurden für Kostproben genutzt. Die restlichen 100 wurden verkauft.
Der Weltraum-Sake habe »eine deutliche Säure« und einen »gut ausbalancierten und robusten Sake-Geschmack«, sagte eine Dassai-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Der Versuch habe bewiesen, »dass Sake-Produktion selbst unter Bedingungen der Mond-Schwerkraft möglich ist.«
Wofür diese Information gut sein soll? Dassai plant nach eigenen Angaben bis 2050 den Bau einer Sake-Brauerei auf dem Mond. Ziel sei es, »die Lebensqualität für künftige Mondbewohner zu verbessern«.
Abseits solcher Marketing-Spielereien stecken auch ernsthafte Forschungsziele hinter Experimenten dieser Art. Fermentationsprozesse gehören zu den biologischen Abläufen, die in der Raumfahrt besonders untersucht werden.
Studien verschiedener Raumfahrtagenturen zeigen, dass Mikrogravitation das Wachstum von Mikroorganismen sowie biochemische Reaktionen beeinflussen kann. Untersuchungen mit Hefe oder Bakterien werden deshalb regelmäßig auf der Internationalen Raumstation durchgeführt.