21 Millionen Euro pro Tag – Greenpeace kritisiert Übergewinne der Ölkonzerne

Der Irankrieg geht weiter, Tanker hängen in der Straße von Hormus fest und die Spritpreise steigen. Dabei mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass die Mineralölkonzerne am Irankrieg etwas zu prächtig verdienen . Zu dem Schluss kommt nun auch eine Studie  des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Berechnungen des Forschungs- und Beratungsbüros Energycomment kommen demnach für die ersten beiden Märzwochen auf rund 21 Millionen Euro pro Tag, die die Mineralölkonzerne durch eine Ausweitung der Margen zusätzlich verdient haben sollen – vorwiegend bei Dieselkraftstoff. »Mit diesem Geld könnte der Bund täglich 1300 kleine E-Autos verschenken«, sagte Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat.

Die Studie widerlege das Argument der Branche, sie reiche lediglich Weltmarktpreise weiter, so Greenpeace. Für die Analyse schaute sich Energycomment den Angaben zufolge unter anderem die durchschnittlichen Preisspannen zwischen den Tankstellenpreisen und den Rohölpreisen vor dem Irankrieg und während der ersten beiden Kriegswochen an. So stellte man nach eigenen Angaben die Übergewinne fest.

Greenpeace verlangt Übergewinnsteuer

Greenpeace fordert nun eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. »In Iran sterben Menschen, in Europa ächzen Millionen unter massiv gestiegenen Preisen und die Ölkonzerne stopfen sich an der Tankstelle die Taschen voll – das ist widerlich und muss sofort gestoppt werden«, sagte Greenpeace-Verkehrsexpertin Donat: »Die Bundesregierung muss diese unmoralischen Übergewinne abschöpfen und das Geld so investieren, dass wir künftig unabhängiger werden von fossilen Abzockern und Kriegsprofiteuren.«

Die Spritpreise sind seit Kriegsausbruch sehr stark gestiegen. Nach Zahlen des ADAC kostete ein Liter Superbenzin im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags 2,037 Euro, ein Liter Diesel 2,156 Euro. Das waren knapp 26, beziehungsweise 41 Cent mehr als am Tag vor Kriegsausbruch.

Am Montag soll eine von der Koalition eingesetzte Taskforce über den starken Anstieg der Sprit- und Energiepreise beraten. Dazu werden auch Vertreter von Mineralölkonzernen erwartet. Teilnehmen soll zudem der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Angesichts der deutlich gestiegenen Spritpreise hatten auch Politiker den Mineralölkonzernen »Abzocke» vorgeworfen. Die Branche weist die Vorwürfe zurück.

Der Irankrieg treibt die Preise für Benzin und Diesel in die Höhe. Viele Politiker wollen nun die Mineralölkonzerne mit einer Übergewinnsteuer zur Kasse bitten. Doch Ökonomen warnen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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