Bundesbank registriert minütlich 5000 Cyberangriffe

Bei der Deutschen Bundesbank kommt es jeden Tag zu unzähligen digitalen Angriffen. »Allein auf die IT-Systeme der Bundesbank erleben wir jede Minute mehr als 5000 Cyberangriffe«, sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel dem »Tages«. Auf das Jahr hochgerechnet seien das zweieinhalb Milliarden Angriffe, die an der Firewall der Bundesbank abprallen würden. »Es ist ein ständiger Wettlauf«, betonte Nagel.

Die Bundesbank habe eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen ergriffen, um ihre IT-Landschaft so sicher wie möglich zu machen. »Das fängt beim sicherheitsgeprüften Personal an und geht über gesicherte IT-Systeme bis zur Cyberabwehr und dem Business-Continuity-Management«, sagte Nagel. So sei die Bundesbank zu einer Art IT-Dienstleister geworden und übernehme mit anderen Zentralbanken eine wichtige Rolle für das gesamte Eurosystem. Trotzdem könne die Bundesbank kein absolutes Sicherheitsversprechen geben.

Für Krisenfälle wie den jüngsten Stromausfall in Berlin sieht Nagel seine Behörde gut gerüstet. Der Fall habe deutlich gezeigt, dass Zahlungsverkehrssysteme zur kritischen Infrastruktur gehörten und die Bundesbank habe dafür verschiedene Vorkehrungen getroffen. »Unsere Filialen stellen im gesamten Bundesgebiet die Versorgung mit Bargeld sicher, und zwar jede in einem Radius von 75 Kilometern«, sagte Nagel.

Alle verfügten zudem über Notstromaggregate. In großen Filialen würden mehr als hundert Kolleginnen und Kollegen, in den kleineren um die 40 arbeiten. »Selbst wenn eine Filiale ausfällt, können wir im Krisenfall in ganz Deutschland Bargeld bereitstellen«, sagte Nagel.

Nagel kritisierte die Abhängigkeit von Bargeld in derartigen Fällen und warb für den digitalen Euro. »Wer möchte, wird ihn in seiner Wallet haben, also in einem digitalen Portemonnaie auf dem Handy.« Damit seien auch offline, also ohne Internetverbindung, Zahlungen möglich und kein Bargeld nötig.

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