Porsche-Absatz ist enorm eingebrochen
Das schwache Chinageschäft belastet die Lage des Stuttgarter Autokonzerns Porsche. 2025 verkaufte das Unternehmen gerade mal noch gut 41.900 Fahrzeuge in dem asiatischen Land. Das waren rund 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Konzern mitteilte.
Insgesamt setzte die VW-Tochter gut 279.400 Sport- und Geländewagen ab. Das ist der niedrigste Stand seit dem Coronajahr 2020. Damals hatten die Schwaben fast 272.200 Fahrzeuge ausgeliefert.
Beim Chinageschäft ist es bereits der vierte Rückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte Porsche noch fast 95.700 Sport- und Geländewagen in der Volksrepublik abgesetzt. Als wesentliche Gründe für die Flaute nannte Porsche die Marktbedingungen und einen harten Wettbewerb, vor allem bei E-Modellen. Der frühere Porsche-Chef Oliver Blume hatte im vergangenen Jahr mehrfach betont, dass der Markt für Luxusprodukte in der Volksrepublik förmlich zusammengebrochen sei.
Auslieferungsrekord beim Klassiker 911
Einer der Gründe dafür ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Seit Anfang Januar ist Michael Leiters neuer Porsche-Chef, Blume konzentriert sich auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen.
Auch in anderen Weltregionen läuft es nicht rund: Im Heimatmarkt Deutschland ging der Absatz um 16 Prozent zurück, im Rest Europas um 13 Prozent. In Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Südkorea verzeichnete Porsche ebenfalls ein leichtes Minus. Immerhin: In der größten Vertriebsregion Nordamerika liegen die Zahlen mit gut 86.200 Auslieferungen auf Vorjahresniveau.
Porsche ist mit der Krise nicht allein. Die exportorientierten deutschen Autokonzerne klagen durch die Bank über Probleme, vorwiegend beim Hochlauf der E-Mobilität sind sie im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten. Sie gelten zudem als teuer, Zölle belasten zusätzlich das Geschäft.
Über alle Märkte hinweg verkaufte Porsche vergangenes Jahr im Vergleich zu 2024 rund zehn Prozent weniger Sport- und Geländewagen. Bereits 2024 war der Gesamtabsatz um drei Prozent auf rund 310.700 gesunken. An der Börse lagen die Porsche-Aktien nach Bekanntgabe der Absatzzahlen leicht im Minus.
Vertriebsvorstand Matthias Becker zufolge war die Entwicklung erwartet worden. Für 2026 zeigte er sich zurückhaltend: Weil die Produktion des 718 (die Modelle Spyder und Cayman) und der Verbrennerversion des Macan auslaufe, plane man »realistisch«. Direkte Nachfolger gibt es nicht.
Der Kompakt-SUV Macan war im vergangenen Jahr das bestverkaufte Modell. Porsche lieferte davon gut 84.300 Stück aus – ein Plus von zwei Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel auf die vollelektrische Variante. Der Sportwagenklassiker 911 legte leicht auf fast 51.600 Fahrzeuge zu. Das sei ein Auslieferungsrekord, hieß es. Bei allen anderen Modellen ging es 2025 bergab.