Mit Bahnrekorden – Langenhan rast zu Rodel-Gold
Rodel-Weltmeister Max Langenhan hat für die erste deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 gesorgt. Der 26-Jährige siegte nach vier Läufen im Einsitzer. Trotz steifem Hals sorgte er für eine beeindruckende Rekord-Show: Mit vier Bahnrekorden in vier Läufen fuhr er in einer eigenen Liga und feierte den größten Erfolg seiner Karriere.
Mit 0,596 Sekunden Vorsprung verwies Langenhan den Österreicher Jonas Müller auf Rang zwei. Dritter wurde wie schon vor vier Jahren in Peking der Italiener Dominik Fischnaller. Dabei hatte Langenhan vor dem Start der Rodel-Rennen noch eine Absage in Betracht gezogen, da er einen steifen Hals hatte. Der 1,90 Meter große Athlet biss sich durch und ist nach Platz sechs in Peking vor vier Jahren nun am Ziel seiner Träume.
Anders Felix Loch: Der Weltcupführende patzte mehrmals und musste sich bei seinen fünften Winterspielen mit Rang sechs begnügen. Nach dem Zieleinlauf wurde er von seinem Vater Norbert in den Arm genommen. Timon Grancagnolo kam auf Rang neun.
Vor dem Start der Rodelwettbewerbe hatte Langenhan seinen Hals kaum bewegen können. Dank langer Massagen konnte er sich doch noch auf seinen Schlitten setzen und fuhr in den ersten drei Läufen jeweils Bahnrekord in dem neu gebauten 1.445 Meter langen Eiskanal. Vor dem Finallauf baute er seinen Vorsprung auf Müller nochmal auf 0,294 Sekunden aus.
Für Topfavorit Loch waren die Wettbewerbe eine Enttäuschung. Schon zur Halbzeit stellte der 36-Jährige seinen Schlitten zerknirscht in die Ecke. Die ersehnte Medaille bei seinen fünften Winterspielen war in weite Ferne gerückt. Im ersten und dritten Lauf fuhr er auf der Startrampe an die Bande. »Es war ein minimaler Streif, der kostet nicht so viel Zeit. Die Zeit verliere ich von oben nach unten«, sagte Loch und haderte mit seinem Material: »Es scheint vielleicht nicht genau das richtige Set-up zu sein. Schade, dass es gerade bei Olympia passiert«, er.
Schon 2018 in Pyeongchang hatte Loch ein olympisches Rennen verpatzt. Vor dem Finallauf lag er in Führung, leistete sich dann einen Fehler in Kurve neun und verpasste so seinen olympischen Gold-Hattrick im Einzel nach seinen Siegen zuvor in Vancouver 2010 und Sotschi 2014. In Peking war er kraftlos Vierter geworden, nachdem ihn eine Corona-Infektion geschwächt hatte.
Felix Loch
Foto: Annegret Hilse / REUTERS