Hamburgerinnen und Hamburger sollen erneut über Olympia in ihrer Stadt abstimmen

Olympia in Hamburg? Am 31. Mai können die Bürgerinnen und Bürger der Stadt abstimmen, wie sie diese Vorstellung finden. Die Hamburgische Bürgerschaft hat nun einstimmig dem Vorschlag des Senats, ein entsprechendes Referendum abzuhalten, zugestimmt. Zudem gab das Parlament knapp 7,2 Millionen Euro für Organisation und Ablauf des Referendums frei.

In dem Bürgerschaftsreferendum zur Abstimmung gestellt werden soll der Satz: »Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.« Die Antwortmöglichkeiten sind »Ja« oder »Nein«.

Hamburgs Bürgermeister wirbt nach Treffen mit Pariser Vizebürgermeister für Olympia

Kurz vor der Abstimmung im Parlament hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) noch einmal für das Sportgroßereignis geworben. Er sagte am Rande eines Besuchs des Pariser Vizebürgermeisters für Sport, Pierre Rabadan, er setze auf ein starkes Votum für Olympische Spiele. »Ich erwarte, dass wir eine Mehrheit bekommen können, und hoffe, dass das Ergebnis möglichst gut wird.«

Rabadan – er hält sich für einen zweitägigen Besuch in der Hansestadt auf – sagte, die Olympischen Spiele in Paris 2024 seien ein großer Erfolg gewesen. »Aber wir sind auch sehr stolz auf die Auswirkungen der Olympischen Spiele bei uns in Paris und in der gesamten Pariser Region.« Das klarste Beispiel dafür sei die Tatsache, dass man nun in der Seine wieder baden könne . Das sei lange unvorstellbar gewesen. Gern sei Paris bereit, sich mit Hamburg darüber weiter auszutauschen.

NOlympia will Spiele in Hamburg verhindern

Bereits am Dienstag hatten sich auch die Gegner Olympischer Spiele in Hamburg in Stellung gebracht. Das Bündnis NOlympia legte unter dem Motto »Hamburg hat etwas Besseres verdient« eine Broschüre mit Argumenten vor, warum Hamburg dringend die Finger von Olympischen Spielen lassen sollte. Diese Punkte reichen von den Kosten der Spiele über den Klimaschutz bis hin zum Gebaren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Um die Broschüre mit den Gegenargumenten in die Abstimmungsunterlagen für das Hamburger Referendum zu bekommen, will das Bündnis von Ende Januar an innerhalb von drei Wochen 10.000 Unterschriften sammeln. Bereits am Freitag sei eine Kick-Off-Veranstaltung zum Kampagnenstart geplant.

Das NOlympia-Bündnis war schon 2015 aktiv, als sich beim damaligen Referendum über Olympische Spiele 2024 eine knappe Mehrheit von 51,6 Prozent gegen das Sportgroßereignis in der Hansestadt aussprach. Hauptgrund für das Hamburger Nein waren Analysen zufolge die Kosten, fehlende Finanzzusagen des Bundes und das Geschäftsgebaren des IOC.

Neben Hamburg wollen auch Berlin, Nordrhein-Westfalen und München als deutsche Kandidaten für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ins Rennen gehen. München – 1972 bislang einziger deutscher Austragungsort Olympischer Spiele nach dem Zweiten Weltkrieg – hat bereits in einem Referendum für eine Bewerbung gestimmt, NRW will die Bevölkerung Ende April befragen. Berlin plant bislang kein Referendum. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im Herbst eine Entscheidung fällen.

Die Olympischen Sommerspiele 2024 lösten in Paris eine große Euphorie aus – und schürten die Debatte, ob Deutschland sich erneut bewerben soll. Sinnvoll wäre das nur, wenn man Olympia ganz neu denkt, schrieb der SPIEGEL dazu. Lesen Sie hier den ganzen Leitartikel. 

Bürgermeister Rabadan (l.), Tschentscher im Hamburger Rathaus

Foto: Marcus Brandt / dpa

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