Amazon überlegt offenbar Neuauflage der Trump-Sendung »The Apprentice«

Mit einer Dokumentation über First Lady Melania schmeichelte sich der Streamingdiest von Amazon bei US-Präsident Donald Trump ein. Nun geht das Unternehmen womöglich noch einen Schritt weiter: Amazon diskutiert einem Bericht des »Wall Street Journal«  zufolge, Trumps ehemalige Reality-TV-Show »The Apprentice« neu aufzulegen.

Trump hatte von 2004 an 14 Staffeln von »The Apprentice« moderiert. In der Sendung konkurrierten Kandidatinnen und Kandidaten bei einem »ultimativen« Bewerbungsverfahren wochenlang darum, einen Job bei dem damaligen Unternehmer zu bekommen. Die Show erreichte in den USA ein Millionenpublikum und machte Trump berühmt.

Führungskräfte bei Amazon hätten nun über eine Neuauflage der Sendung diskutiert, schreibt das »Wall Street Journal« unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der US-Präsident hätte wegen politischer Verpflichtungen wohl keine Zeit, die Moderation zu übernehmen. Stattdessen denkt man bei Amazon offenbar über einen anderen Kandidaten nach: Trumps ältesten Sohn Donald Trump Jr. Er führt aktuell The Trump Organization, den Mischkonzern der Familie mit Geschäftsfeldern etwa im Immobilienwesen und der Hotellerie.

Amazon bestätigt Gespräche

Noch habe Amazon die Trump-Familie nicht kontaktiert, heißt es in dem Medienbericht. Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium. Sollte die Show produziert werden, würde sie aber wohl auf der Streamingplattform Prime Video erscheinen.

Seit der Übernahme des Produktionsunternehmens Metro-Goldwyn-Mayer habe es bei Amazon interne Gespräche darüber gegeben, »wie es mit ›The Apprentice‹ als Marke weitergehen soll«, sagte ein Amazon-Sprecher. Die Show werde derzeit nicht aktiv entwickelt und man habe auch noch keinen potenziellen Moderator ausgewählt. Die Trump-Familie hat sich bislang nicht zu dem Bericht geäußert.

Im vergangenen Januar hatte Amazon den Kinofilm »Melania« über Trumps Ehefrau veröffentlicht. Das war als Versuch des Unternehmens Amazon gewertet worden, sich bei Präsident Trump einzuschmeicheln. »Melania« wurde massiv beworben, unter anderem durch den Präsidenten selbst. Amazon investierte 35 Millionen Dollar in die Werbung für den Film, weit mehr als üblicherweise für Dokumentarfilme. Zuvor hatte Amazon der Produktionsfirma von Melania Trump bereits 40 Millionen Dollar für die Rechte gezahlt, rund 26 Millionen Dollar mehr als der nächstplatzierte Bieter Disney.

Lesen Sie hier mehr  über den als Porträt verkleideten PR-Film »Melania« – und warum er jetzt schon ein Dokument der Zeitgeschichte ist.

First Lady Melania Trump vor Filmplakat: Massiv beworben, unter anderem durch den Präsidenten selbst

Foto: Sarah Yenesel / EPA

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