Seewege als moderne Waffen – wie Deutschland sich jetzt wappnen muss
In diesen Tagen lässt sich nur noch schwer nachvollziehen, warum Donald Trump einen Krieg gegen Iran führt. Um Teherans Atomprogramm zu unterbinden? Das Mullahregime zu beenden? Minister und Militärs des US-Präsidenten scheinen jüngst vor allem mit einer Sache beschäftigt zu sein: eine Lösung für die Straße von Hormus zu finden.
Das brutale Spiel mit den Schiffen dort trifft die Weltwirtschaft, die Energiepreise steigen. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge gar als »wirtschaftliche Nuklearwaffe«.
Die Wortwahl ist drastisch, aber er hat einen Punkt.
Seehandel gewann über viele Jahrhunderte hinweg enorm an Bedeutung. Große Mengen von Gütern konnten oft nur auf diese Weise über weite Strecken sicher transportiert werden. Auch heute sind Wasserwege wichtig. Durch die Straße von Hormus fließt zu Friedenszeiten üblicherweise ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs.
Schmerzhaft spüren wir derzeit an den Tankstellen, dass Lieferketten ein sicherheitspolitisches Thema sind. Zwei Drittel des deutschen Außenhandels laufen übers Meer. Ohne Schifffahrt würden hierzulande Chips für die Autoindustrie, Rohstoffe wie Erz, Gas und Öl, aber auch Lebensmittel fehlen.