Hapag-Lloyd übernimmt israelischen Konkurrenten ZIM
Hapag-Lloyd hat offiziell die Übernahme des israelischen Konkurrenten ZIM bekannt gegeben. Deutschlands größte Containerreederei will mit dem Geschäft ihre Stellung auf dem Weltmarkt weiter ausbauen und das Geschäft in der Region verstärken, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung.
Für den Erwerb soll eine israelische Tochtergesellschaft von Hapag-Lloyd mit ZIM verschmolzen werden. Insgesamt legt Hapag-Lloyd der Mitteilung zufolge rund 4,2 Milliarden Dollar für das Unternehmen mit Sitz im Mittelmeerhafen Haifa auf den Tisch. Die Finanzierung der Transaktion erfolge aus liquiden Mitteln und einer externen Finanzierung bis zu 2,5 Milliarden Dollar. Für das Geschäft hat sich die deutsche Reederei mit dem israelischen Private-Equity-Fonds Fimi zusammengetan.
Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Staates Israel, wie Hapag-Lloyd weiter mitteilte. Der mögliche Deal ist in Israel nicht unumstritten, weil die Staatsfonds von Katar und Saudi-Arabien über zwanzig Prozent an der deutschen Reederei halten.
Unter diesen Bedingungen werde mit einem Abschluss des Geschäfts bis Ende 2026 gerechnet. ZIM ist die zehntgrößte Containerreederei weltweit, Hapag-Lloyd die Nummer fünf.
Durch den Zusammenschluss hätte Hapag-Lloyd eine Flotte von über 400 Schiffen, eine Kapazität von mehr als drei Millionen Standardcontainern (TEU) und ein jährliches Transportvolumen von mehr als 18 Millionen TEU. Nach Medienberichten hatten auch die weltweit größten Reedereien Maersk und MSC Interesse an ZIM.
Bis zum Abschluss der Transaktion werden Hapag-Lloyd und ZIM Wettbewerber bleiben und ihren bisherigen Geschäftsbetrieb fortführen. Ihre operative Zusammenarbeit wird auf bestehende Vereinbarungen über die gemeinsame Nutzung von Schiffen und Slot-Charter-Vereinbarungen beschränkt bleiben. An den Börsen verlor die Aktie von Hapag-Lloyd nach dem Bekanntwerden der Pläne um bis zu sieben Prozent.
ZIM-Containerschiff im Hafen von Haifa
Foto: Yoray Liberman / Getty Images