Boschs Gewinn bricht um fast die Hälfte ein
Der schwäbische Technologiekonzern Bosch hat einen deutlichen Gewinnrückgang verkündet. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie Bosch mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt.
Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck der Konzern steht. Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht. Selbst im Coronajahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren. Immerhin: Rote Zahlen schrieb demnach keiner der vier Geschäftsbereiche. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91 Milliarden Euro. Laut Konzernchef Stefan Hartung verfehlte der Konzern trotzdem die selbst gesteckten Umsatz- und Gewinnziele.
Gründe für den Gewinneinbruch sind die Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen bei Bosch. Im September hatte der Konzern angekündigt, rund 13.000 zusätzliche Stellen zu streichen. An mehreren Standorten wird darüber verhandelt. Dafür muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen. »Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich«, sagte Finanzchef Markus Forschner. 2025 wurden demnach rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt – beispielsweise für Abfindungen.
Weltlage zeichnet neue wirtschaftliche Realität
Auch die geopolitische Lage und die schwächelnde Weltkonjunktur belasten den Gewinn. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle. »Die wirtschaftliche Realität t sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch«, sagte Konzernchef Hartung.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordere derzeit vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten. Laut Hartung verschärfte sich die Konkurrenz gerade durch chinesische Anbieter erheblich. Und das nicht nur in der Autoindustrie, die immer noch die Lieferengpässe bei Nexperia-Chips verdaut – und ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren.
Hartung forderte von der Politik sogenannte Local-Content-Regeln. Dadurch könnte ein derzeit verzerrter Wettbewerb wieder gerechter werden.
Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben eigenen Angaben zufolge sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. »Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab«, sagte Hartung. Weiteren Stellenabbau in der Größenordnung des vergangenen Jahres solle es in den kommenden Jahren nicht geben. Warum die Stellenstreichungen aber nicht das Ende sind, lesen Sie hier .