Umweltverband in Brandenburg klagt gegen geplantes Red-Bull-Werk

Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg klagt nach eigenen Angaben gegen den Bebauungsplan für den Ausbau der Getränkeproduktion der Firmen Rauch und Red Bull in Baruth/Mark. Beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sei ein Normenkontrollantrag eingereicht worden, teilte Geschäftsführer Michael Ganschow mit. Zugleich habe die Grüne Liga beantragt, dass der Bebauungsplan der Stadt südlich von Berlin vorläufig außer Vollzug gesetzt werde.

Die österreichischen Unternehmen Red Bull und Rauch wollen in Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming ihre Produktion ausbauen und ein eigenes Dosen-Werk errichten. Vor zwei Jahren kauften die beiden Unternehmen die dort ansässige Brandenburger Urstromquelle. Damit sicherten sie sich 92 Prozent des jährlichen Grundwasser-Entnahmevolumens für die Herstellung von Energydrinks. Umweltschützer befürchten eine zunehmende Wasserknappheit.

Umweltverband fürchtet Folgen für Trinkwasser

Die Grüne Liga Brandenburg verweist darauf, dass Red Bull und Rauch als neue Eigentümer auf eine Wasserentnahme von rund 2,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr zurückgreifen könnten, die für die Belieferung der Urstromquelle genehmigt war. Sie warnt davor, dass das für die Herstellung von Mineralwasser genehmigte Trinkwasser nicht nur zur Produktion der Getränke, sondern auch von Dosen verwendet werden könnte. Bereits im vergangenen Juli hatte die Transparenzplattform »Frag den Staat« zusammen mit Anwohnern gegen die brandenburgische Stadt Baruth/Mark geklagt. Grund ist, dass die Gemeinde die Wasserverträge mit den Getränkeherstellern bisher unter Verschluss hält.

»Das Wasserdargebot sollte von der Kommune schon bei der Bauleitplanung berücksichtigt werden«, sagte der Vorsitzende der Grünen Liga, Heinz-Herwig Mascher. »Es muss noch genug für die Bevölkerung da bleiben.« Das müsse untersucht werden. Für die Produktion von Dosen wäre Trinkwasser »viel zu schade«, sagte er. Sein Verein sieht im Bebauungsplan zudem Defizite unter anderem beim Artenschutz und bei geplanten Ausgleichsmaßnahmen.

Red Bull und Rauch: Kein zusätzlicher Verbrauch

Die Unternehmen verweisen darauf, dass nicht mehr Wasser verbraucht werden soll als bei der Urstromquelle. Das Bundesumweltministerium hatte im vergangenen Jahr erklärt, der Wasserverbrauch beim geplanten Ausbau werde vom Land genau geprüft. Die Zahl der Mitarbeiter soll nach bisherigen Plänen im Zuge des Ausbaus von 240 auf rund 600 steigen.

Der Leiter des städtischen Wasserversorgers Wabau, Frank Zierath, weist die Befürchtungen einer Wasserknappheit auf der Website  der Stadt als unbegründet zurück. Schon in den Verträgen mit der Urstromquelle sei geregelt gewesen, dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung immer Vorrang habe, dies sei auch gesetzlich im Wasserhaushaltsgesetz und in EU-Verordnungen geregelt. Seit 30 Jahren betreibe der Wasserversorger ein Grundwasser-Monitoring, um die Grundwasserstände genau zu beobachten und gegebenenfalls schnell auf Rückgänge zu reagieren.

Auch beim Werk von Elektroautobauer Tesla  in Grünheide ist das Wasser stets ein Kritikpunkt von Umweltschützern. Tesla darf dem eigenen Umweltbericht von 2024 zufolge bis zu 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr entnehmen.

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