Aldi Süd streicht offenbar Hunderte Stellen
Der Discounter Aldi Süd plant in seiner Deutschlandzentrale in den kommenden Jahren den Abbau zahlreicher Stellen. Das bestätigte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur. Eine konkrete Zahl wurde auf Nachfrage nicht genannt. Betroffen sind dem Vernehmen nach bis zu 500 Arbeitsplätze in den Bereichen Buchhaltung, Personal und Einkauf. Zuvor hatte die »Lebensmittel Zeitung« bereits über entsprechende Pläne des Unternehmens berichtet.
Der Prozess hat demnach bereits im vergangenen Jahr begonnen. Zu den Gründen äußerte sich der Konzern nicht konkret. Aldi setze seit jeher auf schlanke Strukturen und Prozesse und entwickele diese kontinuierlich weiter, heißt es.
In der Deutschlandzentrale von Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr sind 2000 Menschen beschäftigt, bundesweit sind es 50.000. Der Discounter betreibt hierzulande rund 2000 Filialen und gehört zu den größten Lebensmittelhändlern des Landes.
Preisschlacht mit Lidl
Gemeinsam mit Aldi Nord liefert sich das Unternehmen seit Monaten einen harten Preiskampf mit Discountkonkurrent Lidl. Dieser hatte im vergangenen Jahr die »größte Preissenkung seiner Geschichte« angekündigt. Marktführer Aldi ließ sich nicht lange bitten und kündigte ebenfalls günstigere Preise für eine vierstellige Zahl von Produkten an.
Weniger bezahlen sollten Kundinnen und Kunden unter anderem für Molkereiprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Tiefkühlkost, Süßigkeiten und Reinigungsmittel. »Preisführerschaft ist für uns kein kurzfristiger Aktionsmodus, sondern ein Grundprinzip«, hieß es damals vollmundig. Nach den Rekordpreisen für Butter senkten viele Unternehmen diese zuletzt wieder demonstrativ.
Spielraum dafür gibt es: Im Mai vergangenen Jahres waren Lebensmittel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 36,5 Prozent teurer als im Jahresdurchschnitt 2020. Experten bewerten die Preisschlacht kritisch und sehen hauptsächlich strategisches Kalkül dahinter .
Erst kürzlich kündigte Aldi an, sich künftig noch stärker international etablieren zu wollen. In den USA sollen allein in diesem Jahr 180 neue Filialen entstehen.