SPD-Politiker Müller wird Bahn-Manager
Der langjährige SPD-Verkehrspolitiker und frühere Fraktionsvize Detlef Müller arbeitet künftig für die Deutsche Bahn. Das bestätigte das Unternehmen am Montag auf Anfrage des SPIEGEL. »Herr Müller wird ab 1. Januar 2026 als Senior Spezialist für die Eisenbahn in der Fläche arbeiten«, sagte ein Sprecher.
Der gelernte Lokführer Müller war von 2005 bis 2009 und erneut ab 2014 Mitglied des Deutschen Bundestags und gehörte dort zu den wichtigsten Verkehrspolitikern. Bei der letzten Bundestagswahl verpasste er den Wiedereinzug ins Parlament. Müller hatte anschließend angekündigt, er wolle wieder in seinem alten Beruf bei der Erzgebirgsbahn arbeiten.
Dem SPIEGEL sagte Müller nun, er hätte eine 15-monatige Schulung absolvieren müssen, um wieder als Lokführer tätig zu sein. Gespräche mit der Bahn hätten zudem schnell gezeigt, dass man ihn im Konzern auf einem anderen Posten sehe.
Zu seiner künftigen Aufgaben wollte Müller sich vorerst nicht äußern. Von der Bahn hieß es dazu, er werde »in enger Zusammenarbeit mit den Eisenbahngeschäftsfeldern, den DB-Konzernbevollmächtigten vor Ort und den Partnern in Ländern und Kommunen ausgewählte regionale Projekte vorantreiben, die die Eisenbahn in der Fläche stärken«. Als Teil einer Neuordnung des Konzerns hat die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla angekündigt, sie wolle im Unternehmen wieder mehr Verantwortung in die einzelnen Regionen verlagern.
Die Verbindungen zwischen dem Staatskonzern und der Politik sind eng – das zeigt sich auch an einem anderen Sozialdemokraten. Der frühere Europaabgeordnete und Verkehrspolitiker Ismail Ertug bestätigte dem SPIEGEL, dass er Anfang Januar Konzernbevollmächtigter für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland wird. Ertug hatte die Bahn zuvor bereits seit 2023 als Beauftragter Sustainable Mobility Europe beraten. Über Ertugs neuen Aufgabe hatte zuerst die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« berichtet.