Österreichischer Wintersportler Mika Vermeulen packt aus
Wie die Nase des Mannes, so sein Johannes, behauptet der Volksmund. Richtiger ist: Wie der Penis des Skispringers, so sein Skianzug. Denn je länger das beste Stück, desto großzügiger wird der Anzug geschnitten. Und das führt offenbar regelmäßig zu Betrug, wie der österreichische Wintersportler Mika Vermeulen im norwegischen Podcast »Skirious Problems« auspackt.
»Die Leute haben ständig betrogen. Sie stopften tonnenweise Plastilin in ihre Unterwäsche, um einen größeren Schritt zu erzielen«, sagte der mehrfache Junioren-Weltmeister der Nordischen Kombination. Das bringe beim Skispringen mehr Anzugfläche und verschaffe dadurch in der Luft einen Vorteil.
Derlei Schwengel-Schummeleien sind Vermeulen zufolge kein großes Geheimnis. »Als ich das erste Mal Messungen vornehmen sollte, kamen die älteren und erfahreneren Springer zu mir und sagten: ›Es ist sehr wichtig, dass du deinen Penis mit Klebeband festklebst, denn so wird dein Schrittmaß ein oder zwei Zentimeter niedriger‹«, erinnert sich der Österreicher.
Versehen schließt Vermeulen dabei aus: »Ich kann das mit hundertprozentiger Sicherheit sagen: Alle, die beim Skispringen und in der Nordischen Kombination disqualifiziert werden, betrügen absichtlich. Und sie rechtfertigen das einfach damit, dass sie sagen: ›Ja, ja, aber alle anderen machen das auch.‹« Mit seinen Äußerungen facht Vermeulen eine Betrugsdebatte neu an, die das Skispringen bereits seit rund einem Jahr in Atem hält.
Vermeulen selbst konzentriert sich inzwischen auf den Skilanglauf, vom Skispringen hat er sich abgewandt. Ob auch beim Langlauf die Länge des besten Stücks relevant ist, besprach er in seinem Podcastauftritt jedoch nicht.
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