Langjähriger Scorpions-Bassist Francis Buchholz gestorben

Der Ex-Bassist der Hardrockband Scorpions, Francis Buchholz, ist tot. Das bestätigte das Management der Band. »Eine entsprechende Nachricht seiner Tochter hat uns erreicht«, sagte Scorpions-Sprecher Peter Lanz. Buchholz spielte von 1973 bis 1992 für die international erfolgreiche Band aus Hannover.

Buchholz sei »friedlich, umgeben von Liebe, aus diesem Leben geschieden«, schreibt die Familie auf Facebook . »Während seines Kampfes gegen den Krebs standen wir ihm zur Seite und stellten uns jeder Herausforderung als Familie – genau so, wie er es uns beigebracht hat.«

Dann richtet sich die Familie an die Fans: »Wir möchten euch für eure unerschütterliche Treue, eure Liebe und das Vertrauen danken, das ihr ihm während seiner unglaublichen Reise entgegengebracht habt. Ihr habt ihm die Welt geschenkt, und er hat euch dafür seine Musik geschenkt.« Und weiter: »Auch wenn die Saiten nun verstummt sind, wird seine Seele in jeder Note, die er gespielt hat, und in jedem Leben, das er berührt hat, weiterleben.«

Buchholz wurde 1954 in Hannover geboren und spielte schon in seiner Jugend in mehreren Bands. 1972 tat sich seine Gruppe Dawn Road mit den Scorpions zusammen.

Das letzte Scorpions-Album, an dem Buchholz mitwirkte, war die 1990 veröffentlichte Platte »Crazy World«, die zu den kommerziell erfolgreichsten der Band zählt. Auf dem Album ist der von Sänger Klaus Meine geschriebene Song »Wind of Change«, der zu einer Art Soundtrack zum Ende des Kalten Krieges wurde.

Buchholz spielte bis 1992 für die Band und war auch während der legendären Welttournee von 1984 mit den Scorpions unterwegs. Auftritte gab es unter anderem im New Yorker Madison Square Garden und in Los Angeles. Auch Klassiker wie »Rock You Like a Hurricane« und »Still Loving You« fielen in diese Zeit, die als die erfolgreichste der Gruppe gilt. Später arbeitete Buchholz unter anderem mit Michael Schenker für »Temple of Rock« zusammen. Michael Schenker ist der jüngere Bruder von Scorpions-Gründer Rudolf Schenker.

Zusammenarbeit endete vor Gericht

Die Zeit bei den Scorpions endete für Buchholz im Streit und letztlich auch vor Gericht. Die Rockband hatte sich 1992 nach Auseinandersetzungen um die Geschäftsführung der Gruppe von Buchholz getrennt. Verschiedene Gerichte bis zum Bundesgerichtshof befassten sich damit. Letztlich wurde geurteilt, dass der Rauswurf des Bassisten rechtens war. Bei dem Streit durch die Instanzen ging es um neun Millionen Mark aus den Einnahmen der mit Hits gespickten Scorpions-Platten.

Die Scorpions wurden 1965 von Gitarrist Rudolf Schenker in der Nähe von Hannover gegründet und werden in einem Atemzug mit legendären US-Stars wie Van Halen und Aerosmith oder AC/DC aus Australien genannt. Millionen Fans vor allem in Südamerika, Russland und überall in Europa verehren die Band.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurden die Mitglieder von AC/DC als US-Stars bezeichnet. Tatsächlich stammt die Band aus Australien. Wir haben den Fehler korrigiert.

Bassist Buchholz (1990): Scorpions-Ausstieg im Streit

Foto: Fryderyk Gabowicz / picture alliance

Das könnte Ihnen auch gefallen