Am Sonntag riss der Kontakt ab, vier Tage später trieb der Wal tot vor Anholt
Am Samstagnachmittag gab es keine Zweifel mehr: Bei dem Walkadaver vor der dänischen Insel Anholt handelt es sich um die Überreste des Tiers, das zuvor mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet war. Die Geschichte vom Wal, der auch »Timmy« oder »Hope« genannt wurde, hat damit ein trauriges Ende gefunden. Er ist tot.
Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass ein Walkadaver etwa 75 Meter vor Anholt treibt, im Kattegat, dem Übergang zwischen Ost- und Nordsee. Sofort begannen die Spekulationen, ob es sich um den Buckelwal aus der Ostsee handeln könnte.
Das Tier war seit Ende März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet, zuletzt vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht. Nach etlichen gescheiterten Rettungsversuchen hatte eine private Initiative den Wal in einem Lastkahn Richtung Nordsee geschleppt und vor der Nordspitze Dänemarks unter unklaren Umständen ausgesetzt. Sein Verbleib gab seither Rätsel auf.
Sender verriet die Identität des Wals
Nun brachte ausgerechnet der Sender Gewissheit, der eigentlich dazu dienen sollte, die Position des Wals in der Wildnis zu beobachten, aber nie richtig funktioniert hatte.
Anne Herrschaft, eine Tierärztin der privaten Walinitiative, entdeckte das Gerät am Samstag gemeinsam mit zwei dänischen Tauchern an dem Kadaver vor Anholt. Nach Angaben der Initiative stimmt die Seriennummer mit der des Senders von »Timmy« überein. Noch am Freitag hatte es geheißen, der tote Wal vor Anholt trage keinen Sender.
Er habe die Hoffnung vieler Menschen geteilt, »dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus von der SPD, der die Aktion der privaten Initiative geduldet hatte. Leider habe das Tier seine Chance nicht nutzen können. Backhaus war mehrfach beim Wal gewesen, als dieser noch vor der Insel Poel lag. Er hatte versprochen, das Tier zu begleiten.
Buckelwal in der Wismarbucht Ende März: Erste Indizien, dass die Aktion schiefgegangen war, gab es früh.
Foto:Daniel Müller / Greenpeace Germany / dpa