Norweger McGrath vergibt Medaillenchance und flüchtet Richtung Wald

Der norwegische Skirennfahrer Atle Lie McGrath hat im Olympia-Slalom von Bormio ein sportliches Drama erlebt und seinen Gefühlen danach freien Lauf gelassen. Der 25-Jährige ging als Führender mit deutlichem Vorsprung in den zweiten Durchgang, hatte die Goldmedaille vor Augen, fädelte dann allerdings ein und schied aus.

Enttäuscht warf McGrath daraufhin erst in hohem Bogen seine Skistöcke weg und stapfte dann zu Fuß los Richtung Wald. Der Skandinavier lief einmal quer über die Piste, passierte die Streckenbegrenzung, stolperte, ging weiter und weiter – und ließ sich schließlich in der Nähe von ein paar Bäumen fallen. Dort blieb er für einige Minuten liegen und warf mit Schnee um sich. Später kam McGrath im Zielbereich an und ging wortlos davon.

Nach seinem Patzer musste McGrath die Goldmedaille dem Schweizer Weltmeister Loic Meillard überlassen. Silber ging an den Österreicher Fabio Gstrein und Bronze an den Norweger Henrik Kristoffersen. Etliche andere Topfahrer waren bei Schneefall und schwierigen Sichtverhältnissen früh ausgeschieden. Darunter auch der brasilianische Olympiasieger im Riesenslalom, Lucas Pinheiro Braathen.

McGrath ist aktuell einer der besten Slalomfahrer der Welt. Der Norweger fuhr in der laufenden Saison schon fünfmal auf ein Weltcup-Podest und führt damit auch die Gesamtwertung im Torlauf an. Bei den Winterspielen in Italien hatte er nach dem ersten Lauf einen Vorsprung von 0,59 Sekunden.

Atle Lie McGrath erreicht den Zielbereich

Foto: Rebecca Blackwell / AP

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